Das Problem Guantánamo

Weltweit grassiert die Angst vor Terrorismus. Kein Wunder nach dem Bombenterror von New York, Bali, Bagdad, Moskau oder Madrid. Zahlreich sind die Äußerungen der Politiker und Experten über die Ursachen dieser Pest der Neuzeit und weitschweifig ihre Appelle und Erklärungen.

Nur zu einem scheinbaren Randproblem lassen sie sich kaum oder gar nicht vernehmen: Guantánamo. Dieser Militärstützpunkt der USA auf Kuba hat sich zum Synonym für finstere Ignoranz entwickelt. Washington kaserniert dort seit Jahren rund 650 Gefangene aus Afghanistan, tatsächliche und angebliche Taliban. Unter Bedingungen, die jedem rechtsstaatlichen Standard Hohn sprechen. Es gibt keine Anklage und keinen Rechtsbeistand. Dafür massive Verstöße gegen die Menschenrechte. Wer früher die Politik der USA kritisierte, wurde sogleich mit dem Vorwurf des Anti-Amerikanismus konfrontiert. Diese Zeiten sind, seit George Bush junior, vorbei. Fatal, dass ausgerechnet die selbst ernannten Hüter der Moral und Demokratie nun aller Welt vor Augen führen, was sie unter rechtsstaatlichen Prinzipien verstehen. Es ist Wasser auf die Mühlen jener Verblendeten, die glauben, Terrorismus rechtfertigen zu können. Guantánamo ist genau das, was sich die mächtigste Nation nicht leisten sollte. nachrichten.red@volksfreund.de