Dauer-Ausverkauf

Pünktlich mit dem Erlöschen des letzten Silvesterkrachers lassen die Einzelhändler einen Gestorbenen wieder auferstehen: den Winterschlussverkauf. Obwohl längst beerdigt, feiert der angeblich so wichtige Ausverkauf der Winterware Ende Januar immer wieder aufs Neue fröhliche Urständ.

Und das immer mit der gleichen Begründung: Die Verbraucher wollten das so. Doch denen ist längst egal, wann sie ihr Schnäppchen machen. Geiz ist eben nicht nur im Winter geil. In den Geschäften herrscht mittlerweile Dauer-Schlussverkauf. Ständig locken "Sales", "Schnäppchentage", "Saisonschluss-Verkäufe", "Rabatt-Tage" - und welche Namen sich die cleveren Geschäftsleute für ihre Sonderaktionen noch einfallen lassen. Und wer dieser Tage durch die Geschäfte geht, stellt fest, dass seit Weihnachten ohnehin Schlussverkauf herrscht. Ob bei Kleidern, Schuhen, Haushaltswaren oder Elektronik - überall sind die Preise gepurzelt. Warum also sollten die Kunden noch vier Wochen warten, um ein vermeintliches Schnäppchen zu machen? Der Winterschlussverkauf ist überflüssig, genauso wie sein Pendant im Sommer. Meistens können die Kunden die überhöhten Händler-Erwartungen an die Schnäppchentage eh nicht erfüllen, die Geschäftsleute geben sich dann enttäuscht und beerdigen den Schlussverkauf wieder - bis zum nächsten Jahr. b.wientjes@volksfreund.de