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Den Kliniken fehlen die Ärzte

Trier/Region. Ärzte dringend gesucht: Das vermelden zahlreiche rheinland-pfälzische Kliniken. Obwohl die Krankenhäuser mit allen Mitteln versuchen, neue Ärzte zu gewinnen, bleiben Stellen – vor allem in ländlichen Gegenden – unbesetzt. Von unserem Redaktionsmitglied Mandy Radics

(mra) Dass es immer schwerer wird, für Arzt-Praxen auf dem Land Nachfolger zu finden, ist bekannt. Doch auch für Krankenhäuser wird es zunehmend schwierig, alle Stellen zu besetzen. Bundesweit gibt es 138.000 Krankenhaus-Ärzte, 4000 Stellen sind jedoch nicht besetzt. Das teilt die deutsche Krankenhausgesellschaft mit. „Vor allem auf dem Land ist der Ärztemangel größer als anderswo“, klärt Sprecher Holger Mages auf. Das sei ein bundesweites Problem. Es ist auch in der Region Trier angekommen: Obwohl die Anzahl der Ärzte in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern seit 2000 um mehr als 1000 gestiegen sei, fehlten Ärzte in allen Fachbereichen. „Mehr Ärzte und zugleich Ärztemangel schließen sich nicht aus“, sagt die Sprecherin der Landesärztekammer, Ines Engelmohr.

Beispiel St. Josef Klinik in Neuerburg (Eifelkreis Bitburg-Prüm): Das mit zwei festangestellten Ärzten und 48 Betten kleinste Krankenhaus in Rheinland-Pfalz kämpft bereits mit dem Ärztemangel. „Es wird zunehmend schwierig, die medizinische Versorgung sicherzustellen“, teilt eine Sprecherin der Klinik auf TV-Anfrage mit. Seit 2007 sucht die Klinik einen Intensivmediziner. „Es gibt einfach keine Bewerbungen“, erklärt die Sprecherin.

Obwohl der Ärztemangel das Oberzentrum Trier bisher verschont hat, werden auch dort Maßnahmen ergriffen, um sinkenden Bewerberzahlen und der geringeren Frequentierung spezieller Fachbereiche wie der Anästhesie entgegenzuwirken. „Es ist gefährlich sich zurückzulehnen. Der Mangel wird sich in Zukunft noch verschärfen“, sagt der Personalleiter des Trierer Mutterhauses, Karl-Heinz Bechtel.

„Die Entscheidung der Ärzte, sich eher in den Städten als auf dem platten Land niederzulassen, ist einer der Hauptgründe für den Mangel“, bestätigt Mages die Landflucht der Ärzte. Für den gestiegenen Bedarf sei auch der demografische Wandel ausschlaggebend. Es gebe einfach immer mehr ältere Menschen. „Der medizinische Fortschritt führt dazu, dass mehr Spezialisten nötig werden“, erklärt Engelmohr weiter. Außerdem werde immer mehr Teilzeitarbeit von Ärzten gewünscht.