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Der Ausbildungsbetrieb des Jahres steht in der Eifel

Der Ausbildungsbetrieb des Jahres steht in der Eifel

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeichnet am Donnerstag beim Bauerntag in Koblenz den Hof von Familie Meutes aus Rommersheim (Eifelkreis Bitburg-Prüm) aus: als Ausbildungsbetrieb des Jahres.

Rommersheim/Koblenz. Peter Meutes ist gerade nicht zu erreichen: Als der TV in Rommersheim anruft, paukt der Landwirtschaftsmeister nämlich mit einem seiner beiden Lehrlinge für dessen Abschlussprüfung. So viel Einsatz ist typisch für den Bauern: Bereits mehr als 30 Lehrlinge hat der 45-jährige Meutes in den vergangenen 20 Jahren ausgebildet. "Und es ist noch nicht einer dabei gewesen, der durchgefallen ist", sagt seine Frau Marina.
Ausgezeichnet, fand man beim Deutschen Bauernverband (DBV): Der Hof in Rommersheim, sagt Präsident Gerd Sonnleitner, sei "ein Betrieb, der seinesgleichen sucht". Deshalb kommt zu den ohnehin bereits zahlreichen Ehrungen für Familie Meutes nun eine weitere hinzu: Der Meutes-Hof ist in diesem Jahr bundesweit Ausbildungsbetrieb des Jahres.
Kurz darauf erreichen wir den Bauern doch noch: Er freue sich über die Auszeichnung, sagt Meutes, das sei ja doch nichts Alltägliches.
Dann beginnt er über seine Arbeit zu reden, und man versteht, warum er so erfolgreich ist: Sein Beruf sei unfassbar vielseitig, niemals langweilig, jeden Tag müsse man sich auf etwas Neues einstellen. "Wir müssen halbe Tierärzte sein, über die Haltung Bescheid wissen, über alle Flächen, die wir bewirtschaften - und noch ein bisschen von Maschinen verstehen."
Und wenn alles stimme, dann könne man damit auch Geld verdienen. Denn als Landwirt sei er Unternehmer - und zwar kein schlechterer als andere. "Das muss man alles positiv sehen. Nicht jammern." Dann mache der Beruf auch Spaß. Und genau das versuche er seinen Lehrlingen zu vermitteln.
Gute Laune haben offenbar auch die Kühe auf dem Meutes-Hof: Die Rommersheimer Tiere bringen durchschnittlich in meist acht Lebensjahren eine Leistung von 55 000 Kilogramm Milch. Der Landesdurchschnitt liegt bei 21 000 Kilogramm. "Das sind glückliche Kühe", sagt Meutes. "Die geben viel Milch. Und sie sind die dankbarsten Tiere, die es gibt."
Was vielleicht auch an den Bedingungen liegt, unter denen sie leben: Stall und Hof bieten alles, was die Tiere brauchen - und sind blitzsauber. Auch das gehört zur Philosophie des Bauern: "Man muss seinen Betrieb so in Ordnung halten, dass man ihn jeden Tag zeigen kann. Nicht nur, wenn Besichtigungen sind. Bei uns kann jeder mit Sonntagsschuhen kommen."
Peter Meutes führt den Betrieb, den er vor 20 Jahren von den Eltern Erwin und Franziska übernommen hat, gemeinsam mit seiner Frau Marina. Der Vater, ebenfalls Ausbilder, starb 2010, die Mutter hilft noch immer, wo sie kann - und auch die beiden Söhne Christian und Stefan arbeiten bereits mit. Der 15-jährige Christian wird demnächst bei seinem Vater Peter ebenfalls die Ausbildung beginnen.
Alles vorbildlich eben: Dafür sprechen auch die anderen Ehrungen und Auszeichnungen, die Familie Meutes bereits erhalten hat - für tiergerechte Haltung, für besondere Leistungen in der Zucht, sie bekamen den Staatsehrenpreis des Landes, und die leistungsstärkste Milchkuh hatten sie auch bereits.
Am Donnerstag erhalten sie beim Bauerntag in Koblenz ihre Auszeichnung - aus der Hand von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das führte bei Familie Meutes bereits zu einem logistischen Problem: Denn Peter Meutes muss eine kurze Rede halten. Die zwei Seiten Text wollte er seiner Frau in die Handtasche stecken. Taschen aber sind nicht erlaubt: "Wegen der Sicherheitsstandards", sagt Marina Meutes. Fazit: Einer aus der Familie werde sich das Manuskript wahrscheinlich in eine Socke stecken müssen. Auf dem Meutes-Hof in Rommersheim bewirtschaftet die Familie 168 Hektar Fläche, etwa die Hälfte davon sind Grünland. Im Stall stehen 450 Tiere: 190 Milchkühe, 200 weibliche Rinder und etwa 60 Zuchtbullen. Auch als Züchter sind Marina und Peter Meutes sehr erfolgreich. fpl