Der Fisch stinkt

Luxair-Chef Heinzmann ist übers Ziel hinausgeschossen. Der Ton, den er gegenüber seinen Piloten anschlägt, ist unerträglich. Er macht sie für die mangelnde Sicherheit in seinem Unternehmen verantwortlich.

Mit seinem unmissverständlichen Brief setzt er sie unter Druck und sorgt für ein Klima der Angst und Verunsicherung. Und dass bei Mitarbeitern, von denen Kunden erwarten sollten, dass sie nicht nur 100-prozentig, sondern 150-prozentig zu ihrem Unternehmen stehen sollten. Das fällt den Piloten allerdings zunehmend schwerer. Dass es Konsequenzen aus dem Fokker-Absturz geben musste, ist unbestreitbar. Dass der Pilot hauptsächlich verantwortlich ist für das Unglück, auch daran gibt es seit dem Abschlussbericht keinen Zweifel. Auch, dass die Piloten ein gewisses Eigenleben bei Luxair führten. Doch daraus eine Kollektivschuld abzuleiten, gleich sechs Mitarbeiter an den Pranger zu stellen und alleine verantwortlich zu machen, das geben die Untersuchungen nicht her. Ganz klar: Der Luxair-Chef will seine Haut retten, weil er weiß, der Fisch stinkt vom Kopfe her. Zu lange sind die jetzt angeprangerten Probleme unter den Teppich gekehrt worden - und zwar von der Führung der Fluglinie. Es gibt seit längerem Sicherheitsmängel bei Luxair, wie die Pannenserie der vergangenen Monate zeigt. Doch bis zur Katastrophe vom 6. November 2002 war man einzig und allein darauf bedacht, das Positiv-Image aufrecht zu erhalten. Der Aktionismus, der jetzt an den Tag gelegt wird, soll zeigen, man hat den Laden im Griff. Doch das scheint Heinzmann schon lange nicht mehr zu haben. b.wientjes@volksfreund.de