Der Glaube an den Erfolg

Wer Angst vor einem Erdbeben hat, sollte nie ein Haus bauen. Und wer Panik vor einem Sturz hat, muss eben auf dem Boden liegen bleiben, um auf Nummer sicher zu gehen.

Wer Angst vor einem Erdbeben hat, sollte nie ein Haus bauen. Und wer Panik vor einem Sturz hat, muss eben auf dem Boden liegen bleiben, um auf Nummer sicher zu gehen. Im Fußball gilt wie im "wirklichen Leben": Wer die Pleite fürchtet, wird keinen Erfolg haben. Diejenigen, die immer nur jammern, haben sicher auch ein bisschen Spaß daran. Für Eintracht Trier gibt es am Sonntag beim Endspiel in Saarbrücken zwei Szenarien, den Klassenerhalt oder den Abstieg. Da gibt es vorher nichts zu jammern, sondern nur zu erkennen: Die erste Alternative ist wahrscheinlich, die zweite aber bitter. Ein Abstieg wäre ein Rückschritt, finanziell wie sportlich, der Stadiontraum vorbei. Schließlich ging es jahrelang aufwärts, beim Klassenerhalt ist kein Ende abzusehen. Was sportlich und wirtschaftlich geleistet wurde, verdient höchsten Respekt. Das alles wäre nicht zerstört, aber gefährdet. Wohlgemerkt: es wäre. Denn es gibt keinen Grund zur Panik, keinen Anlass zum Abgesang auf Eintracht Trier. Die Ausgangsposition könnte besser sein – gut ist sie trotzdem. Der Gegner Saarbrücken mag den Vorteil haben, dass ihm ein Unentschieden reicht. Aber oft gilt im Fußball die Devise: Wer taktiert, verliert. Die Eintracht muss auf Sieg spielen, das weiß sie. Um taktisches Harakiri wie "Remis halten", braucht sie sich nicht zu kümmern. Die Mannschaft benötigt bedingungslosen Kampf, Konzentration und die Unterstützung der 4000 Trierer Fans, die sie begleiten werden. Das Team wird körperlich und mental topfit sein, und auch der Glaube an das Positive – an den Klassenerhalt – wird da sein. Wenn dennoch kein Auswärtssieg herausspringen sollte, bleibt das "Sicherheitsnetz": Das Vertrauen auf den TSV 1860 München, der nicht gegen Ahlen verlieren darf. Es ist dabei der Trierer Mannschaft gegenüber unfair, nur die "Löwen" als Faustpfand zu sehen: Es spricht nichts dagegen, dass Trier in Saarbrücken gewinnt. Garantieren lässt sich das nicht. Aber wer keine Angst vor dem Sturz hat, steht sicherer. Und er verletzt sich im Zweifelsfall auch nicht so schwer. a.feichtner@volksfreund.de