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Der nächste Starkregen kommt bestimmt

Der nächste Starkregen kommt bestimmt

Überschwemmungen, Deichbrüche, Verkehrschaos: Das letzte schwere Hochwasser traf Deutschland im Frühsommer 2013. Nun wollen Bund und Länder Flüsse sicherer machen. Das wird Jahrzehnte dauern.

Berlin. 2002 watete der damalige SPD-Kanzler Gerhard Schröder mit Gummistiefeln durch den überschwemmten Osten. Seinerzeit war bereits von einer "Jahrhundertflut" die Rede. Die Folgen des nächsten "Jahrhunderthochwassers" musste dann Angela Merkel (CDU) 2013 meistern. Jetzt will die Regierung laut Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) diese Wörter nicht mehr verwenden. Denn Bund und Länder haben ein umfangreiches Hochwasserschutzprogramm beschlossen. Allerdings: Der nächste sommerliche Starkregen kommt bestimmt. Wie viel Geld steht für das Programm bereit? Eigentlich ist der Schutz vor den Fluten Ländersache, deswegen liegen auch die Kosten bei den Ländern, wie Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) gestern bei der Vorstellung in Berlin anmerkte. Doch die Katastrophe von 2013 hat einiges geändert: Der Bund stellt nun bis 2018 zusätzlich 300 Millionen Euro zur Verfügung, um den überregionalen Hochwasserschutz voranzutreiben. In den nächsten 15 bis 20 Jahren sollen die Investitionen auf 5,4 Milliarden Euro ansteigen. Der Anteil des Bundes beträgt 60 Prozent. Was ist konkret geplant? Das Programm sieht vor, Rhein, Donau, Elbe, Oder und Weser rund 20 000 Hektar zusätzlichen Raum zu geben. Das sind die fünf Flüsse, die durch die meisten Bundesländer fließen. Gelingen soll dies durch Deichverlegungen und die Schaffung neuer Überflutungsflächen, sogenannte Polder. Außerdem sollen Schwachstellen an bestehenden Schutzanlagen beseitigt werden. Insgesamt sind in den nächsten Jahren 85 Großprojekte geplant, 15 Bauvorhaben an Elbe, Rhein und Donau wurden bereits begonnen. Kosten dafür: rund 500 Millionen Euro. Welches Ziel verfolgt das Programm? Bund und Länder wollen die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen. Zu enge Flussbette, keine Überlaufflächen, zu nah an die Flüsse gebaute Wohn- und Gewerbegebiete haben die früheren Katastrophen mit verursacht. Mit dem Programm sollen daher die Zahl der Hochwasser deutlich reduziert und die milliardenschweren Folgekosten verringert werden. Droht Widerstand gegen die Pläne? Ja. Zum Beispiel von Landwirten, die ihre Flächen für Deichverlegungen oder Polder zur Verfügung stellen sollen. Laut Schmidt wird es bei Nutzungseinschränkungen finanzielle Entschädigungen geben. Auch plädiere der Bund für einen Flächenerwerb, wenn Deiche zurückgebaut würden. Zu möglichen Enteignungen wollten sich die Minister nicht konkret äußern. Schützt das Programm rasch vor Überschwemmungen? Nein. Laut Hendricks könnten neue sommerliche Starkregen "zu vergleichbaren Hochwassern führen" wie 2013. "Dann ist das Einzige, was wir sagen können: Wir haben das Problem erkannt, und wir haben mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen." Wird auch bei der Bewältigung von Flutkosten besser kooperiert? Das werde weiter von Fall zu Fall zwischen Bund und Ländern entschieden, so Hendricks. Das Hochwasser vor zwei Jahren verursachte Schäden in Höhe von acht Milliarden Euro.Extra

So bereitet sich die hochwassererfahrene Region Trier auf "Extrem-Ereignisse" vor: Vorhersage: Der Hochwassermeldedienst liefert detaillierte Prognosen bereits mit sechs Stunden Vorlauf. Abzurufen sind alle aktuellen Informationen über Pegelstände und Warnungen unter <%LINK auto="true" href="http://www.hochwasser-rlp.de" class="more" text="www.hochwasser-rlp.de"%> oder mit Smartphone unter m.hochwasser-rlp.de Risikobewertung: Ende der 1990er Jahre erstellte das Land den Gefahrenatlas Mosel, der zur Grundlage weiterer Gefahrenkarten wurde. Wasser zurückhalten: Etwa in Neubaugebieten werden Mulden angelegt, die Wasser zwischenspeichern. Schutzbauten: Bei besonders gefährdeten Orten wird für technischen Schutz gesorgt. Millionen Euro wurden in Dämme, Schutzwände oder Pumpwerke investiert. Ökologischer Hochwasserschutz: An der Sauer etwa wurden Wehre, Mauern und Dämme beseitigt, das Flussbett ausgedehnt und Nebenarme geschaffen. Partnerschaften: In Hochwasserpartnerschaften wirken alle Kommunen eines Flussabschnitts mit. kah