Der Strom soll fließen

Der Energieversorger RWE hat einen Krisenstab gebildet. "Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet, auch auf ein Jahrhunderthochwasser", sagt Klaus Voußem, der Leiter des RWE-Regionalzentrums Trier.

Trier. "Bei unseren Planungen orientieren wir uns an dem Hochwasser des Jahres 1993, das damals als Jahrhunderthochwasser bezeichnet wurde", sagt Voußem. Am Pegel Trier wurde ein Höchststand von 11,28 Metern gemessen. Persönlich glaubt Voußem nicht, dass dieser Stand in den nächsten Tagen erreicht wird. "Aber da wir nichts ausschließen können, bereiten wir uns auf alle Fälle vor."

Die RWE-Umspannanlage Konz - hier wird der Strom von der 110 000-Volt-Spannungsebene für die Versorgung der Region auf 20 000 Volt transformiert - stand 1993 komplett unter Wasser. "Dennoch ist es uns gelungen, die Stromversorgung aufrechtzuerhalten", so RWE-Meister Jürgen Ganser. "Die wichtigen Anlagenteile stehen auf hohen Fundamenten." 1993 sei zwar Wasser ins Schalthaus eingedrungen. "Das ist heute aufgrund von baulichen Veränderungen unmöglich."

Auch an anderen Standorten habe die RWE die Erfahrungen von 1993 genutzt. "Vor allem im Bereich der Mittelmosel erhielten viele Stationsplätze hochwassersichere Fundamente", betont Ganser. Allerdings seien nicht alle Ortsnetzstationen außerhalb der Reichweite des Hochwassers. "Gefährdete Stationen werden wir bei einer Überschwemmung abschalten und die Versorgung über andere Stationen übernehmen", sagt Regionalleiter Voußem. Für den Fall der Fälle stehen zudem zwölf fahrbare und randvoll betankte Ersatzstromanlagen bereit. "Da unser Augenmerk nicht nur den größeren Flüssen wie Mosel, Saar und Sauer gilt, sondern auch kleine Flüsse wie Ruwer oder Kyll sich blitzartig in reißende Flüsse verwandeln können, haben wir die Aggregate über unser gesamtes Versorgungsgebiet verteilt", erklärt der Trierer RWE-Chef. "Wenn der Einsatz nötig sein sollte, können wir über kurze Anfahrtswege sehr schnell reagieren und in kürzester Zeit vor Ort sein."

Das gelte auch für die Monteure, die teilweise vorzeitig ihren Urlaub beenden mussten. Voußem: "Das vorzeitige Ende des Urlaubs wird für den ein oder anderen sicherlich ärgerlich gewesen sein, allerdings hatte jeder Verständnis dafür und war auch sofort mit den verstärkten Bereitschaften einverstanden."

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