Der Wagen als Waffe

Das Auto wird zur Waffe, wenn junge Fahrer blindlings über Kreuzungen rasen. Und das ist mehr als potenzielles Harakiri mit dem Lenkrad. Im schlimmsten Fall ist es eine Kamikaze-Tour, bei der Unbeteiligte zum Opfer werden.

Oft definieren sich die Fahrer über ihre nicht nachvollziehbaren "Heldentaten" am Lenkrad. Tuning und schnelles Fahren reichen diesen vernunftlosen Rasern nicht aus. In ihrer Allmachtsphantasie glauben sie, dem Schicksal ein Schnippchen schlagen zu können. Bei den "Blindflügen" über viel befahrene Kreuzungen oder Wirtschaftswege glauben sie, unverwundbar zu sein. Das ist eine kranke Sucht nach dem Adrenalinkick. Für dieses kurze Hochgefühl blenden sie alle Risiken aus. Sie lassen ihre Verantwortung hinter sich. Doch diese müssen sie spätestens dann übernehmen, wenn ihr Leichtsinn ernsthafte Folgen hat. Eine Sekunde kann Leben auslöschen und für immer verändern. Mehr als einmal gab es Schwerverletzte oder Tote nach solchen Mutproben. Wie die Statistiken belegen, sind solche "Risikofahrten" Einzelfälle. Nur ein kleiner Teil der jungen Fahrer spielt das Spiel mit dem Tod. Deshalb ist Panikmache fehl am Platze. Doch lässt sich die Gefahr dennoch nicht wegdiskutieren, die von diesen Wahnsinnsfahrten ausgeht. Alle, die von solchen Mutproben erfahren, müssen die Verantwortung übernehmen, die diese Fahrer hinter sich lassen. Sie müssen versuchen, ihnen die Risiken vor Augen zu führen. Damit können sie die jungen Fahrer vor sich selbst schützen und Leben retten. m.kewes@volksfreund.de

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