Deutliche Signale

Langsam zieht die Bundesregierung ihre schützende Hand über Florian Gerster zurück. Klare Bekenntnisse zum Chef der Bundesagentur für Arbeit gab es gestern nicht mehr, nachdem sich Arbeitsminister Wolfgang Clement vom Präsidium des BA-Verwaltungsrates die Zwischenergebnisse der Innenrevision hat berichten lassen.

Wer aber nichts mehr deutlich sagt oder sagen lässt, sendet gleichzeitig ein Signal. Clement hat wohl gemerkt (oder vielleicht sogar erfahren), dass Gersters Abstieg vom kompetenten Hoffnungsträger zum gestürzten Beratungsfürsten nicht mehr abwendbar scheint. Es wäre also schon eine faustdicke Überraschung, wenn der Verwaltungsrat am Wochenende die Beratungsprobleme des Rheinland-Pfälzers für null und nichtig erklären würde - alles korrekt, müsste die Botschaft zweifellos lauten. Das ist jedoch nach jetziger Lage der Dinge nicht zu erwarten. Einige im Dunstkreis der Behörde, so viel ist sicher, haben daran auch gar kein Interesse. Womit man bei der Frage angelangt, ob Gerster ebenso Opfer einer massiven Kampagne von Reformgegnern ist. Die Antwort lautet Ja. Es stimmt, die Hatz mit täglich alten, manchmal neuen Erkenntnissen lässt diesen Rückschluss wahrlich zu. Genau aus diesem Grund muss sich auch das Triumpfgeschrei in Grenzen halten, wenn Gerster wirklich seinen Hut nehmen muss. nachrichten.red@volksfreund.de