Deutsche trommeln für Spangdahlem

Deutsche trommeln für Spangdahlem

SPANGDAHLEM. (sey) Trommeln für die Eifel-Airbase: Politiker und Unternehmer aus der Region wollen sich für den Erhalt des von der Schließung bedrohten US-Flugplatzes Spangdahlem stark machen. Deshalb gründen sie heute in Berlin einen Lobby-Verein.

"Wenn die Amerikaner aus Spangdahlem abziehen, drohen hier viele Lichter auszugehen." Wie der Bitburg-Prümer Landrat Roger Graef (CDU) denken viele in der Region Bitburg-Wittlich. 640 deutsche Zivilisten arbeiten auf der Base, 2400 Amerikaner wohnen bei deutschen Häuslebesitzern, zahllose Firmen und Geschäfte profitieren direkt oder indirekt von dem US-Stützpunkt in der Eifel. "Der Flugplatz ist für uns unverzichtbar", meint der Landrat.Doch hinter der amerikanischen Präsenz stehen dicke Fragezeichen. Das Pentagon muss sparen und will deshalb seine im Ausland stationierten Truppen drastisch abspecken. Ganz offen wird unter amerikanischen Generälen auch über die Verlegung von Stützpunkten und Staffeln nach Osteuropa diskutiert. Ein möglicher Umzugskandidat: Spangdahlem. Das wollen Graef, seine Bernkastel-Wittlicher Kollegin Beate Läsch-Weber (CDU) und andere möglichst verhindern. In Berlin - anlässlich eines Empfangs zum 50-jährigen Bestehen der Eifel-Airbase - gründen die Kommunalpolitiker, unterstützt von den Bundestagsabgeordneten Elke Leonhard (SPD), Peter Rauen und Bernhard Kaster (beide CDU), deshalb heute Morgen einen Verein, der in Deutschland und Amerika die Werbetrommel für Spangdahlem rühren soll. Erster Vorsitzender des "Host Nation Council Spangdahlem" (etwa "Spangdahlemer Rat des Gastgeberlandes") soll Michael Dietzsch werden, Chef der Bitburger Getränke-Holding. Als Stellvertreter ausgeguckt sind Elke Leonhard, Roger Graef (im Wechsel mit Beate Läsch-Weber) und der CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen. Die Geschäfte des Vereins soll Helmut Berscheid (CDU), Geschäftsführer der Flugplatz Bitburg GmbH, managen. Die zur Finanzierung der Lobby-Arbeit nötigen Mittel erhoffen sich die Vereinsgründer von jenen, die von der US-Präsenz am meisten profitieren: Firmen, Kommunen und Privatleute. In der Diskussion sind angeblich Monatsbeiträge zwischen 50 und 2000 Euro. Der Kreisausschuss Bitburg-Prüm hat die Mitgliedschaft bereits abgesegnet. Kosten pro Jahr: 24 000 Euro. "Dass so hohe Beiträge aus Steuergeldern bezahlt werden, ist empörend", meint die Grünen-Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken.

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