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Dicke Luft durch Dieselfahrzeuge: Bund plant neue Umweltplakette

Dicke Luft durch Dieselfahrzeuge: Bund plant neue Umweltplakette

Bundesregierung und Länder planen eine zusätzliche Umweltplakette für Dieselfahrzeuge. Besonders ältere Modelle wären von einem Fahrverbot in vielen Großstätten betroffen - auch in Rheinland-Pfalz.

Ruß ist nicht mehr das Problem moderner Dieselfahrzeuge. Dank geschlossener Partikelfilter tragen sie kaum noch zur Feinstaubbelastung bei. Es ist das besonders gesundheitsschädliche Gas Stickstoffdioxid, das die in Deutschland beliebten Selbstzündermotoren in Verruf gebracht hat. Nur die Motoren der neuesten Generation sind in dieser Hinsicht vergleichbar sauber wie Benziner.

Weil in vielen Großstädten der Grenzwert für Stickstoffdioxid deutlich überschritten wird, plant das Bundesumweltministerium gemeinsam mit den Ländern eine blaue Plakette für Dieselfahrzeuge. Im Herbst sollen dafür konkrete gesetzliche Schritte besprochen werden.

Auch Rheinland-Pfalz unterstützt die Initiative, wie Umweltministerin Ulrike Höfken auf TV-Anfrage gestern bestätigt hat. Die blaue Plakette sei allerdings nur eines von mehreren Instrumenten, um das Abgasproblem verursachergerecht und sozialverträglich in den Griff zu bekommen. Wichtig sei auch die stärkere Mautdifferenzierung bei Lastwagen, die bessere Förderung emissionsarmer Antriebsarten sowie eine Angleichung der Steuersätze für Benzin und Diesel.

Die Kernzonen von Mainz, Koblenz und Ludwigshafen wären mit der neuen Plakette für viele Dieselfahrzeuge gesperrt. In Trier und anderen Städten der Region würde weiterhin freie Fahrt herrschen. Denn hier wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt seit 1996 deutlich unterschritten.

"Wir sehen deshalb keinen Anlass, über eine Umweltzone in Trier nachzudenken", sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. Trier setze auf mehr Elektromobilität, besonders im Busverkehr. Drei Fahrzeuge der Stadtwerke fahren bereits mit Strom. Mehr Ladestationen und der kontinuierliche Ausbau der Radwege sollen die Menschen zusätzlich zu umweltbewusstem Verhalten im Straßenverkehr motivieren.

Für Wissenschaftler der Hochschule Trier ist das Schadstoffproblem bei Dieselmotoren schon lange ein Thema. Sie forschen seit Jahren an besonders abgasarmen Triebwerken. Mehr zum Thema

Hintergrund: Grenzwerte werden seit Jahren überschritten