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Die älteste Garnison Deutschlands

Die älteste Garnison Deutschlands

Vor den Toren Hermeskeils schlummert unter einer unscheinbaren Wiese ein archäologischer Schatz. Forscher haben dort die Überreste eines Römerlagers aus Cäsars Zeiten entdeckt. Es ist bisher die älteste antike Garnison, die auf deutschem Boden gefun- den wurde.

Hermeskeil. Die Mainzer Forscherin Sabine Hornung bezeichnete das Ergebnis der von ihr geleiteten Ausgrabungen in Hermeskeil schon vor vier Monaten im TV als "archäologische Sensation". Nun wird darüber sogar in der aktuellen Ausgabe des renommierten Wissenschaftsmagazins Geo berichtet.
Hornung und ihr Team hatten zuvor am Rand der Stadt gegraben und waren dabei im Erdreich einer Wiese auf die Reste eines 18,2 Hektar großen römischen Heerlagers gestoßen. Laut Hornung ist der Fund vor allem wegen seiner Datierung bisher einzigartig. Denn die Forscher konnten den Nachweis erbringen, dass die Garnison zu Zeiten des Kaisers Julius Cäsar aufgeschlagen wurde. Hornung geht davon aus, dass die Legionäre in den Jahren 51/50 vor Christus in Hermeskeil stationiert waren - und zwar wegen eines Feldzugs gegen den aufständischen Keltenstamm der Treverer.
Bis dato hatten Archäologen lediglich Römerlager aus der Ära des Kaisers Augustus entdeckt, der Cäsars Nachfolger war. Beim Fund in Hermeskeil handelt es sich also um die bislang älteste Garnison, die sich in Deutschland nachweisen lässt.
Um ihre These zu untermauern, musste Hornung im wahrsten Sinne des Wortes eine Nagelprobe machen. Denn bei der Frage nach der Datierung des Hermeskeiler Lagers hatten Schuhnägel eine entscheidende Bedeutung. Bei den Ausgrabungen wurden rund 70 abgebrochene Nägel entdeckt, die die Legionäre auf den gepflasterten Straßen verloren hatten. Wegen der Größe und der Bearbeitung der Nägel konnte Hornung Rückschlüsse darauf ziehen, zu welchem Zeitpunkt sie hergestellt wurden. ax