Die Antwort der Taliban

Kaum sind die Ergebnisse der weitgehend demokratischen Parlamentswahlen in Afghanistan verkündet, melden sich die Taliban mit Terror zurück. Das überrascht nicht, denn alleine die Tatsache, dass es diese Wahlen gab, war eine schwere Niederlage für die Radikal-Islamisten, die sie mit aller Macht verhindern wollten.

Dieser Terroranschlag von gestern war eine erste Antwort. Denn Afghanistan ist von einem Frieden Lichtjahre entfernt. Die Macht der Zentralregierung endet weitgehend an den Stadtgrenzen von Kabul, das Land aber ist noch immer fest in den Händen der Warlords, die mit Drogenanbau Unsummen verdienen, Privatarmeen unterhalten und letztlich mitentscheiden, wie die Zukunft aussehen wird. Die hängt aber auch davon ab, ob Pakistan es weiterhin zulässt, dass aus Lagern an der Grenze zum Nachbarland ständig Taliban einsickern und mit ihrem rücksichtslosen Terror Angst und Schrecken verbreiten. Hier ist massiver Druck in Richtung pakistanischer Führung von Nöten, wenn zumindest mittelfristig eine positive Entwicklung - auch mit Unterstützung der Bundeswehr - möglich werden soll. Es fällt schwer, vor allem angesichts der Menschenverachtung der Taliban, optimistisch zu bleiben, was die nächsten Monate und Jahre betrifft. Es spricht sehr viel dafür, dass der Bundeswehrsoldat von gestern nicht der letzte war, der die Mission am Hindukusch mit seinem Leben bezahlt. d.schwickerath@volksfreund.de