Die genaueste Winterwetterprognose gibt's, wenn das Martinsfeuer brennt

Die genaueste Winterwetterprognose gibt's, wenn das Martinsfeuer brennt

Der vergangene Winter war etwas zu warm, dafür wird der bevorstehende Winter in der Region Trier durchschnittlich ein halbes Grad kälter als in den vorausgegangenen Jahren, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Richtig frostig wird\'s danach erst im Februar.

Trier. Die Karnevalisten dürfen Däumchen drücken, dass das Wetter am zweiten Februar-Wochenende mitspielt. Am besten schön und nicht zu kalt, dann dürften die Narren zu den Fastnachtsumzügen strömen.
Glaubt man dem 100-jährigen Kalender, stehen die Chancen eher schlecht: Ausgerechnet für das Fastnachtswochenende sind Regen und starker Wind vorausgesagt. Und pünktlich zum Aschermittwoch kommen laut Hundertjährigem die große Kälte und der Schnee.
Eine Kältewelle sagt für den Februar auch TV-Wetterexperte Dominik Jung vom Internetportal wetter.net voraus. "Dann wird es in der Region Trier wieder überdurchschnittlich kalt werden, ähnlich wie schon im vergangenen Februar", prophezeit der Meteorologe. Jung glaubt, dass ein weiterer Temperatursturz Mitte Dezember bevorsteht.
Insgesamt werde der kommende Winter in der Region durchschnittlich leicht zu kalt ausfallen. Jung: "Wir rechnen mit einer Abweichung bis zu minus 0,5 Grad vom langjährigen Mittel, sprich maximal ein halbes Grad kälter als normal."
Trifft die Prognose zu, würde der kommende Winter deutlich kälter als der letzte werden und insgesamt leicht unter den langjährigen Mittelwerten der Jahre 1961 bis 1990 liegen, sagt der TV-Wetterexperte.
Jungs Prognose für den Jahresanfang: "Der Januar wird in den tiefen Lagen, Richtung Mosel, eher nasskalt werden, während es in den höheren Lagen von Eifel und Hunsrück auch dann immer mal wieder zu kräftigeren Schneefällen kommen kann."
Allerdings schränkt auch TV-Experte Dominik Jung ein, dass es sich um einen Jahreszeitentrend und keine Wettervorhersage handelt. Mit anderen Worten: Gut möglich, dass sich Jungs Voraussage von der Realität dann doch noch etwas unterscheidet. Da lobt man sich einen Mann wie den Wetterbauer Hans Boes. Eine seiner Winterprognosen habe eine Treffergenauigkeit von 99 Prozent, verspricht Boes im Gespräch mit unserer Zeitung. Diese Prognose gibt der aus dem Kreis Bad Neuenahr/Ahrweiler stammende Landwirt allerdings erst am nächsten Wochenende ab, wenn auf den Anhöhen die Martinsfeuer brennen. "Wenn dann die Flamme eine leichte Neigung hat und der Rauch des Martinsfeuers nach Westen zieht, wird es ein kalter Winter", sagt der Wetterbauer. sey
Extra

Wetterextreme: Es gibt immer mal wieder Winter, in denen es richtig knackig kalt wird. Wie zum Jahreswechsel 1996/97, als im Trierer Land Temperaturen zwischen minus 15 und minus 18 Grad gemessen wurden. 40 Jahre zuvor ging das Thermometer sogar noch tiefer in den Keller. Am 2. Februar 1956 wurden laut TV-Wetterexperte Dominik Jung (Foto: wetter.net) in Trier minus 19,3 Grad gemessen, in der Eifel bei Kelberg sogar minus 23 Grad. Auch Anfang Februar 2012 war es knackig kalt: minus 15,5 Grad waren es in Wittlich, minus 14,1 Grad im Eifelort Strickscheid. Es geht auch anders: Am 29. Februar 1960 wurden in Trier 20 Grad plus gemessen. sey

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