Die Liberalen in der Verjüngungskur

Die Liberalen in der Verjüngungskur

Ganz knapp hat sich Philipp Fernis bei der Wahl zum Chef des FDP-Bezirksverbands Eifel-Hunsrück in Bitburg gegen den Eifler Landwirt Marco Weber durchgesetzt. Der Jurist aus Bad Kreuznach und Staatssekretär des Justizministeriums tritt damit die Nachfolge von Thomas Auler an.

Bitburg. In seinen letzten Minuten als Bezirksvorsitzender wirft Thomas Auler einen Blick zurück. Auf seine Zeit im Vorstand, die offenbar keine leichte war. Erst fliegt die FDP aus dem Mainzer Landtag, dann auch noch aus dem Bundestag. Von Parteikollegen, die ihn enttäuscht haben, und von treuen Wegbegleitern in dieser schweren Zeit ist die Rede. Doch jetzt wird alles besser. "Wir sind aus einem tiefen Tal gekommen", sagt Auler.
Währenddessen kommt Rainer Brüderle aus dem Vorraum. Mit einer Tasse Kaffee und einem Schinkenbrot in den Händen setzt sich der ehemalige Landesvorsitzende der FDP an seinen Platz in der ersten Reihe. Neben ihm sitzt der neue rheinland-pfälzische Justizminister Herbert Mertin, ihm gegenüber der neue parlamentarische Geschäftsführer der FDP im Landtag, Marco Weber. Der 58-jährige Mertin ist bereits eine Woche zuvor bei der Entscheidung um den Vorsitz des FDP-Bezirksverbands Koblenz in einer Kampfkandidatur mit Alexander Buda gescheitert (der TV berichtete). Eine Woche später ereilt nun Weber bei der Sitzung des Bezirksverbands Eifel-Hunsrück im Bitburger Hotel Eifelbräu ein ähnliches Schicksal. Er erhält 37 Stimmen, der 34-jährige Gegenkandidat Philipp Fernis aus Bad Kreuznach, seit kurzem Staatssekretär im Mainzer Justizministerium, kommt auf 38. Die Enttäuschung ist dem 40-jährigen Landwirt aus Lissendorf (Landkreis Vulkaneifel) anzusehen. Und dass er mit Fernis ein gutes freundschaftliches Verhältnis pflegt und bei der anschließenden Wahl mit 60 Ja- und zwölf Nein-Stimmen zum zweiten Vorsitzenden gewählt wird, ändert daran nicht wirklich viel. Denn stellvertretender Vorsitzender war er bereits zuvor. Bezirksvorsitzender Auler, 57, hat sich aus "persönlichen Gründen" aus dem Amt verabschiedet. Ebenfalls nicht mehr zur Wahl stellt sich der bisherige zweite Stellvertreter Tobias Schneider aus Trier. Sein Amt übernimmt Frank Kein, Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Bernkastel-Wittlich.
Laut Fernis benötigt die FDP eine Frischzellenkur. Die bekommt sie dann auch. Denn am gleichen Tag wird im 120 Kilometer entfernten Münchweiler der 41-jährige Andy Becht zum Bezirksvorsitzenden der Pfalz und damit Nachfolger des 64-jährigen Günter Eymael gewählt.