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Die Trauer teilen und die gemeinsamen Werte verteidigen

Die Trauer teilen und die gemeinsamen Werte verteidigen

Der Anschlag von Berlin löst große Betroffenheit aus - und Sorge vor einer Spaltung der Gesellschaft. Aber auch Trotz. Politiker rufen auf, für die gemeinsamen Werte zu kämpfen und warnen vor falschen Schuldzuweisungen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD): "Hier wurden Menschen getötet und verletzt, um Angst zu verbreiten und unsere Freiheit zu zerstören. Deutschland ist ein freies und starkes Land, das in schweren Stunden zusammensteht. Wir teilen unseren Schmerz und unsere Trauer ebenso, wie wir gemeinsam das verteidigen, was uns als Land ausmacht. Es ist wichtig, die Hintergründe der Tat lückenlos aufzuklären. Die Sicherheit der Bürger hat oberste Priorität."
Henri, Großherzog von Luxemburg: "Bestürzt von den tragischen Geschehnissen möchten die Großherzogin und ich im Namen der luxemburgischen Bevölkerung unsere tiefe Betroffenheit und unser Mitgefühl ausdrücken. Unsere Gedanken gelten den Opfern und den Verletzten mit ihren Angehörigen. In der Trauer eint uns die Solidarität für den Erhalt unserer gemeinsamen Werte."
Ernst Scharbach, Vorsitzender der rheinland-pfälzischen Gewerkschaft der Polizei (GdP), schließt einen vollständigen Schutz vor Attentaten aus. Das gehe nicht mal in Israel, das er vor kurzem besucht habe und wo jedes Einkaufszentrum ein Hochsicherheitstrakt sei. "Die Menschen leben dort jeden Tag mit der Angst. Ich hoffe nicht, dass wir diesen Zustand auch in Deutschland erleben."
Captain Robert Howard, Sprecher der US Air Force in Ramstein: "Unser tiefes Beileid gilt den Opfern. Unsere Herzen und Gedanken sind bei den betroffenen Familien, und wir hoffen auf eine schnelle Genesung der Verwundeten. Im Angesicht der aktuellen Geschehnisse in Europa bleiben wir wachsam. Wir raten all unseren Angestellten, ihre Vorgesetzten über ihren Aufenthaltsort zu informieren, so dass wir bei Bedarf Sicherheitsmaßnahmen ergreifen können."
Alexander Schweitzer, Fraktionschef der rheinland-pfälzischen SPD, spricht von einem "hinterhältigen und abscheulichen Terroranschlag". Er warnt vor falschen Schuldzuweisungen.
Arnold Schmitt, CDU-Landtagsabgeordneter aus Riol (Kreis Trier-Saarburg), sagt, der Anschlag könne die Gesellschaft noch mehr spalten. "Er darf nicht dazu führen, dass die Menschen in Deutschland plötzlich aufhören, den Flüchtlingen zu helfen."
Marco Weber, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion, spricht von einem "traumatischen Ereignis für Betroffene und Angehörige". Er hält es für richtig, die Polizeipräsenz auf Weihnachtsmärkten zu verstärken. "Komplett abriegeln kann man die Märkte aber nicht."
Die Grünen-Politikerin Jutta Blatzheim-Roegler (Bernkastel-Kues) sagt, durch den Anschlag werde ihr bewusst, "um wie viel Kleinkram wir uns streiten". Wichtiger sei es, die freiheitliche Gesellschaft zu verteidigen. Sie sagt: "Von durchgeknallten Terroristen oder Hass-Kommentaren im Internet will ich mich nicht drangsalieren lassen."
AfD-Fraktionschef Uwe Junge kritisiert, die "Willkommenspolitik der Altparteien" fordere einmal mehr Opfer. Menschen ohne Papiere müsse die "illegale Einreise" nach Deutschland verwehrt werden. flor/Mos