Die Ursachen abstellen

Die Arbeit mit Kindern ist ein beinharter Job. Es sind nicht immer "die lieben Kleinen", die von Erzieherinnen in personell keineswegs üppig besetzten Tagesstätten betreut werden. Da kann man durchaus Verständnis haben, wenn nicht nur Freundlichkeiten ausgetauscht werden.

Die Vorgänge in Irsch haben diese Grenze überschritten. Wenn Erzieherinnen wirklich nicht mehr weiter wissen, müssen sie die Eltern einbeziehen und nicht Gewalt gegen Kinder anwenden. Wenn man sich darauf nicht mehr verlassen kann, wird das hierzulande zu Recht ausgeprägte Vertrauen in die Arbeit der Kindertagesstätten schnell aufgebraucht sein. Deshalb führt an spürbaren Konsequenzen kein Weg vorbei. Wegschauen und unter den Teppich kehren ist keine Alternative. Hexenjagd und das hemmungslose Verbreiten von Gerüchten allerdings auch nicht. Es sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass die betroffenen Mitarbeiter nach übereinstimmender Einschätzung bisher eine gute, engagierte Arbeit abgeliefert haben. Wenn sich bei den Gesprächen mit den Eltern bestätigt, dass der Vorgang am 27. Juli ein einmaliger Ausrutscher war, sollte man ihnen eine zweite Chance nicht verwehren, an anderer Stelle oder mit reduzierter Funktion. Der Weg, den die Kita GmbH einschlägt, scheint vernünftig. "Wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein" - eine Bibelweisheit, die nicht nur, aber vor allem in katholischen Einrichtungen beherzigt werden sollte. Wer vergleichbare Vorgänge in Zukunft vermeiden will, darf nicht bei Sanktionen stehen bleiben, sondern muss gemeinsam mit Eltern, Trägern und Erzieherinnen analysieren, wie ein solcher Kurzschluss zustande kommt - und die Ursachen abstellen. d.lintz@volksfreund.de