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Die Zielvorgabe lautet: Schnelles Internet für alle

Die Zielvorgabe lautet: Schnelles Internet für alle

Bislang waren Initiativen, mit denen schnelles Internet aufs Land gebracht werden soll, wenig erfolgreich. Daher gibt es erstmals eine Verpflichtung für Anbieter, einen tatsächlichen Ausbau des Datennetzes in Angriff zu nehmen.

Trier. Eigentlich dürfte es bei der Versorgung mit schnellen Internetverbindungen auf der regionalen Landkarte gar keine weißen Flecken mehr geben. Bereits vor zehn Jahren bei der Versteigerung der Frequenzen für den Mobilfunkstandard UMTS (Universal Mobile Telecommunications System), mit dem man auch über das Handy-netz mobil ins Internet kommt und Daten übertragen kann, hatte die Bundesregierung versprochen, dass damit auch unterversorgte Regionen Anschlüsse für schnelles Internet bekommen sollten.

Von flächendeckender Versorgung weit entfernt



Doch getan hat sich seitdem wenig. Zwar haben einige Anbieter wie etwa O2 oder T-Mobile auch in der Region ihr UMTS-Netz ausgebaut. Von einer flächendeckenden Versorgung mit schnellen Internetverbindungen ist aber nahezu die komplette Region noch weit entfernt. Es gibt nach einer Aufstellung der Bundesnetzagentur keine Gemeinde in der Region, in der alle Haushalte mit schnellem Internet versorgt sind - selbst in der Stadt Trier nicht. Auf 37 eng beschriebenen Seiten hat die Behörde alle unterversorgten Orte in Rheinland-Pfalz aufgelistet, 244 Seiten lang ist die Liste für ganz Deutschland.

Der Staat hat mit der Versteigerung der UMTS-Frequenzen zwar 50 Milliarden Euro zusätzlich eingenommen, da es aber für die Käufer der Frequenzen keine Verpflichtung gab, die Netze auch aufzubauen, kam die neue Technologie nur schleppend voran.

Wenig erfolgreich war bislang auch die Initiative der Bundeskanzlerin, bis Ende des Jahres alle Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen. Wäre dieses Ziel erreicht, dann dürfte die Liste der weißen Flecken nicht mehr so lang sein, wie sie derzeit noch ist. Auch die vor zwei Jahren gestartete sogenannte Breitband-Initiative des Landes bleibt bislang hinter den Zielsetzungen zurück. Bis Ende des Jahres bezuschusst Rheinland-Pfalz Gemeinden für die Verlegung von Breitband-Kabeln mit sechs Millionen Euro. 400 Kommunen hätten bislang davon Gebrauch gemacht, sagt Wirtschaftsminister Hendrik Hering unserer Zeitung.

Bei der Versteigerung der liebgewordenen Fernseh- und Bundeswehrfrequenzen kommt es dem Bund nun nicht mehr darauf an, möglichst viel mit dem Verkauf zu verdienen. Stattdessen hat er die vier Bieter (T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus) dazu verpflichtet, die mobilen Internetverbindungen über die neuen Frequenzen zunächst auf dem Land aufzubauen. Erst danach dürfen sie die Technik auch in den großen Städten ausweiten. Die Anbieter brauchen die neuen Frequenzen für neue Angebote. Mit modernen Han-dys und Laptops wie iphone oder ipad wird das mobile Internetsurfen immer attraktiver. Die Menge der über das Handynetz übertragenen Daten wird weiter zunehmen. Experten bezweifeln, dass sich der Ausbau des Netzes auf dem Land lohnen wird. Denn genau wie bei den UMTS-Frequenzen müssen zunächst einmal Strukturen aufgebaut werden.