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Dieses Jahr kaum Wildschäden in der Landwirtschaft

Mainz. Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken sind in diesem Jahr kaum Wildschäden in der Landwirtschaft entstanden. Die Landesjagdverordnung lasse Jägern "die Freiheit, das Erforderliche zu tun". Frank Giarra

Mainz. Wildschweine, die Vorgärten verwüsten, Rotwild, das Getreide frisst: Mit diesen Problemen hatten in den vergangenen Jahren Bürger und Bauern zu kämpfen, vor allem in der Eifel und im Kreis Trier-Saarburg. Es gab daher immer wieder Streit zwischen Landwirten und Jägern über die Abschussquoten. "Gefühlt werden es mehr Klagen", glaubt der CDU-Abgeordnete Arnold Schmitt aus Riol.
Laut Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken hat sich die Lage aber entspannt, obwohl die Zahl der Wildschweine in Rheinland-Pfalz von 6000 Mitte der 1980er Jahre auf 80 000 im Jahr 2009 drastisch gestiegen ist. Höfken sagte gestern im Landwirtschaftsausschuss auf Anfrage der CDU, die Zahl der Schäden werde zwar nicht statistisch erfasst, doch die Landwirtschaftskammer habe ihr bestätigt, dass es kaum Fälle gegeben habe. Laut Höfken "sind die Handlungsspielräume optimal und müssen von den örtlichen Akteuren wahrgenommen werden".
Der Eifeler CDU-Abgeordnete Michael Billen, selbst Bauer und Jäger, teilt Höfkens Einschätzung. Im Allgemeinen würden Einigungen zwischen Landwirten und Jägern erzielt. Allerdings gebe es bemerkenswerte Einzelfälle, denen nachgegangen werden müsse. Billen berichtete von einem Fall in Oberkail (Verbandsgemeinde Kyllburg), wo Rotwild 9,8 Hektar Mais gefressen habe. "Da ist Rotwild zu viel und muss erlegt werden", sagte Billen.
Dass sich die Gesamtsituation offenbar erheblich verbessert hat, führte Sozialdemokrat Marcel Hürter darauf zurück, "dass die Landesregierung dieses Thema beherzt angepackt hat". Dem pflichtete Ministerin Höfken bei. Das Ministerium habe unter anderem Empfehlungen herausgegeben. Die Jagdabgabemittel zur Regulierung der Schäden seien keinesfalls gekürzt worden, betonte die Grüne. Vielmehr habe es weniger Anträge mit geringeren Beträgen gegeben.