Dreifacher Abschied

Die SPD sieht sich auf ihrem Parteitag in Karlsruhe mit einem dreifachem Abschied konfrontiert: Es ist der Abschied vom Parteivorsitz Franz Münteferings. Es ist der Abschied von Gerhard Schröders Kanzlerschaft.

Und es ist der Abschied von Rot-Grün. Jede dieser Tatsachen markiert schon für sich genommen ein Wechselbad der Gefühle. Bestes Beispiel war der frenetische Jubel für Gerhard Schröder: Am Ende wusste die SPD, was sie an ihrem Kanzler und Ex-Vorsitzenden hatte. Was auf sie zukommt, ist dagegen noch ziemlich nebulös. Auf ein vorzeitiges Scheitern der großen Koalition können die Sozialdemokraten nicht bauen. Insofern blieb der Partei nichts übrig, als den Koalitionsvertrag zu akzeptieren. Nach sieben Regierungsjahren dürften die meisten Genossen zu der Überzeugung gelangt sein, dass die reine sozialdemokratische Leere nichts nützt, wenn sie in der Opposition hoch gehalten wird. Wie sich die SPD im Zusammenspiel mit der Union profiliert, hängt nun nicht nur von Vizekanzler Müntefering ab. Das Augenmerk wird sich sehr schnell auf seinen Nachfolger, Matthias Platzeck, richten. Eine Schonfrist hat der Brandenburger nicht. nachrichten.red@volksfreund.de