Dreyer fordert klare Impfregeln

Dreyer fordert klare Impfregeln

Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) will beim heutigen "Schweinegrippe-Gipfel" in Berlin anstoßen, dass für Kinder und Schwangere klare Impf-Empfehlungen gegeben werden.

Mainz. Seit Wochen erhitzt das Thema "Neue Grippe" vielfach die Gemüter. Die Gründe: Einerseits gibt es aufgrund von Produktionsschwierigkeiten bei weitem nicht genügend Impfstoff. So sind bislang statt der erwarteten 600 000 erst 200 000 Impfdosen bei der Zentralstelle in Mainz eingetroffen, von wo aus sie an die Gesundheitsämter und dann an die 150 Bezugs-Apotheken im Land ausgeliefert werden. Zum Zweiten breitet sich das Virus derzeit rasch aus, auch Todesfälle sind zu beklagen.

Nach aktuellem Stand gibt es laut Dreyer 2051 gemeldete Ansteckungsfälle im Land. Die Dunkelziffer sei hoch. Schließlich sorgen die nach wie vor zu geringe Zahl von derzeit 830 Impf-Praxen - im Eifelkreis Bitburg-Prüm gibt es nur zwölf pro 100 000 Einwohner - sowie unterschiedliche Impf-Empfehlungen für Kinder und Schwangere für Verunsicherung.

Nach einer telefonischen Schaltkonferenz der Länder-Ressortchefs am Montag treffen diese heute in Berlin mit Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) sowie Vertretern des Impfstoff-Herstellers Glaxosmithkline zusammen. Malu Dreyer erhofft sich eindeutige Aussagen. Zunächst gelte es, das "Kommunikations-Chaos" in den Griff zu bekommen und bundesweit einheitliche Empfehlungen auszusprechen. Das Hauptproblem des nicht ausreichend lieferbaren Impfstoffs werde noch mindestens bis Anfang Dezember anhalten und auch danach ein schwieriges Thema bleiben, weil die wöchentliche Lieferung noch über Monate hinweg anhalte. Die sieben Hersteller weltweit hätten "alle die gleichen Probleme".

Die Gesundheitsministerin zeigt sich zuversichtlich, dass sich noch weitere Ärzte für die Impfung zur Verfügung stellen. Benötigt werden rund 1500. Sobald die Gesundheitsämter die immer noch laufende Impfung der besonderen Berufsgruppen (Polizei, Rettungsdienste etc.) abgeschlossen hätten, könne sich die normale Bevölkerung auch dort impfen lassen. Obwohl das Virus nach wie vor "mild" sei, sei eine Impfung empfehlenswert, sagt Dreyer. Bislang hätten sich im Schnitt 20 Prozent der Menschen impfen lassen.