Ducken verboten

Was die islamische Welt derzeit unter dem Deckmantel des Zorns über den Abdruck von Mohammed-Karikaturen aufführt, fordert Widerspruch zwingend heraus. Wegducken ist strengstens verboten, lautes und eindeutiges Dagegenhalten Pflicht.

Jedenfalls dann, wenn die Grundrechte und die Werte demokratischer Gesellschaften Bestand haben sollen. Wem sie etwas bedeuten, der kann nicht hinnehmen, dass derzeit fast rund um den Globus im Namen einer Weltreligion weiter Hass gesät wird - unter anderem von Regierungen, für die Freiheit und Recht Fremdwörter sind, von geistlichen Führern, die jedem das Paradies versprechen, der Unschuldige in die Luft sprengt. Es geht längst nicht mehr um die Frage, ob diese Karikaturen den Propheten Mohammed beleidigt oder Gefühle von Moslems verletzt haben. Wenn es so war, dann kann man Verantwortliche gegebenenfalls feuern, und die stehen im Impressum der jeweiligen Zeitung. Wer ein ganzes Volk für vermeintliche Fehler einiger Journalisten in Zwangshaftung nehmen will, wie das mit Dänemark derzeit geschieht, der muss auf den erbitterten Widerstand all jener treffen, die nicht länger bereit sind, jede Ungeheuerlichkeit im Namen Allahs klaglos hinzunehmen. Die Diskussion darüber, warum der Hass auf Menschen mit anderem Glauben oder anderer Gesellschaftsordnung im heutigen Islam eine zentrale Rolle spielt, ist überfällig. Übrigens ebenso wie die kritische Auseinandersetzung mit der Tatsache, dass nach wie vor Millionen moslemischer Frauen unter Berufung auf den Koran unterdrückt und entrechtet werden. Und wir sollten endlich eine offene Debatte darüber beginnen, warum die meisten Intellektuellen und Liberalen auch in diesem Land unter Verweis auf religiöse Gefühle, kulturelle Eigenarten und die Gefahr der Diskriminierung zu all diesen Verwerfungen entweder schweigen oder sie sogar verteidigen. Es ist unerträglich, mit wie viel falscher Zurückhaltung und Verlogenheit himmelschreiende Ungerechtigkeiten hingenommen werden, weil sie unter dem Deckmäntelchen des Islam geschehen. Über diesen Islam und sein Verhältnis zu Menschen- und Freiheitsrechten sollten wir endlich auf allen Ebenen Klartext mit denen reden, die glauben, die freie Welt mit Hass und Gewalt erpressen zu können. d.schwickerath@volksfreund.de