Echte Perspektive

Auf dem Arbeitsmarkt sind die über 50-Jährigen kaum mehr vermittelbar. Selbst im Großherzogtum Luxemburg, dem unsere Region die niedrige Arbeitslosenquote verdankt, haben die Älteren keine Chance. Und wer dazu noch einige Jahre ohne Job ist, für den ist es ein schier aussichtsloses Unterfangen, den Sprung in die Arbeitswelt zu schaffen und damit Hartz IV zu entkommen. Um so wichtiger ist es, diesen Menschen eine Perspektive zu geben und Beschäftigungsprogramme aufzulegen. Bisher waren diese fast nur auf jüngere Arbeitslose zugeschnitten.Das Förderprojekt "Perspektive 50plus" offenbart in der Tat eine Perspektive im Vergleich zu anderen Fördervorhaben, deren zweifelhafte Verdienste darin bestehen, die Arbeitslosenstatistiken zu schönen. In Lohn und Brot bringen sie kaum jemanden.

Das neue Projekt für Arbeitslose über 50 ist nachhaltig und erfolgsorientiert. Nachhaltig, weil die Betroffenen drei Monate - bei Bedarf sogar ein halbes Jahr - betreut werden. Zeit genug, damit sie auch ihr Ego aufpolieren können, das nach der bitteren Erfahrung, durch Arbeitslosigkeit an den Rand der Gesellschaft gedrückt worden zu sein, meist eher einem beruflichen Neuanfang im Wege steht als fehlende Sachkenntnis. Erfolgsorientiert ist das Projekt gleich in mehrfacher Hinsicht. Der Betroffene muss am Ball bleiben, sonst droht ihm die Kürzung des Arbeitslosengeldes. Die Vermittlungszentren verdienen nur im Erfolgsfall, also werden sie sich bei den Firmen besonders ins Zeug legen, um ihre Schützlinge anzupreisen. Außerdem werden Erfolg und Mitteleinsatz von unabhängiger Seite kontrolliert.

"Perspektive 50plus" ist auch deshalb viel versprechend, weil die Ideen vor Ort entwickelt wurden und dort auch von allen Beteiligten mitgetragen werden. Der Bund hat in diesem Fall einmal nicht zentralistisch und dirigistisch gehandelt, sondern die Arbeitsgemeinschaften, Arbeitsagenturen und Kommunen angeregt, kreative Vorschläge zu entwickeln.

Bitte mehr von dieser Art Beschäftigungspolitik!

a.follmann@volksfreund.de