Eigene Ansprüche stressen deutsche Eltern mehr als der Job

Eigene Ansprüche stressen deutsche Eltern mehr als der Job

Die sogenannte gehetzte Generation zwischen 30 und 50, der die Politik beim Spagat zwischen Familie und Beruf helfen will, stresst sich am meisten durch ihre eigenen Ansprüche. Das ist zumindest ein Ergebnis einer Forsa-Studie, die von der Zeitschrift Eltern in Auftrag gegeben und am Montag in Berlin vorgestellt wurde.

Berlin. So stressen sich Deutschlands Eltern selbst: Vor allem Mütter, aber auch Väter sehen sich herausgefordert, weil sie ihre Kinder optimal unterstützen wollen und vieles hinterfragen, was die Vorgängergeneration einfach hingenommen hat. Sei es die Förderung in Kitas, das Angebot der Schulen oder das Freizeitangebot.
Durchschnittlich rund 40 Prozent fühlen sich zudem laut einer Forsa-Studie durch gesellschaftliche Normen gestresst. Nicht zuletzt spielten hier die sozialen Netzwerke eine wichtige Rolle, in denen man sich möglichst perfekt präsentieren wolle.
Der berufliche Druck scheint dagegen nur eine untergeordnete Rolle zu spielen: Erst auf Platz drei folgt der Arbeitgeber als Stressfaktor mit durchschnittlich 22 Prozent. 78 Prozent gaben an, mit ihrem Arbeitgeber nie oder selten Ärger gehabt zu haben. Rund drei Viertel der Väter und Mütter sind laut der Studie, bei der rund 1000 Eltern mit Kindern unter zwölf Jahren befragt wurden, demnach auch mit ihrer derzeitigen Arbeitszeitregelung zufrieden.
Keine großen Hoffnungen setzt diese Generation auf die Familienpolitik: 57 Prozent der Befragten glauben nicht, dass Gesetze ihre Situation verbessern, 23 Prozent meinen, dass Politik dies auch gar nicht leisten könne. Eltern wollten nicht, dass der Staat ihnen das Gefühl vermittele, er müsse helfen, damit sie es "irgendwie hinbekommen". KNA

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