Ein erster Schritt

Endlich hat die Bahn das Ruder herumgerissen und auf den Kundenprotest gegen ihr Preissystem reagiert! Mit der Reform der Reform kommt das Unternehmen vor allem denen wieder entgegen, die am härtesten vor den Kopf gestoßen worden waren: den Pendlern und den kurz entschlossen Reisenden.

Wer beispielsweise zwischen Trier und München pendelt, musste nach der Reform auf den 50-Prozent-Rabatt der alten Bahncard verzichten, ohne dass er dafür immer den viel gepriesenen Frühbucher-Rabatt bekam. Denn die Frühbucher-Kontingente waren auf großen Strecken zu begehrten Zeiten kaum zu erhalten, und ihre Vergabe war äußerst undurchsichtig. Entsprechend sauer reagierten Pendler deshalb, dass sie als die besten Bahnkunden so geschröpft wurden. Und auch diejenigen, die kurzfristig umbuchen und saftige Stornogebühren zahlen mussten, sind nun ein wenig besänftigt worden. Die neue BahnCard 50 ist aber keinesfalls die Rückkehr zum alten Preissystem. Nur wer mehr als 600 Euro jährlich für Bahnreisen ausgibt, kann die Vorteile der deutlich teureren Bahncard nutzen. Die Rechnerei von Mitfahrer- und Frühbucher-Rabatten bei immer mehr Verkehrsverbünden ist kaum einfacher geworden. Das liegt in der Logik des neuen Preissystems, das Anreize für eine gleichmäßigere Auslastung der Züge schaffen will. Deshalb ist es fraglich, ob die Bahn auf den Wunsch des Fahrgastverbands eingeht, der einheitliche Tarife für alle Strecken fordert. Für die Reisenden in der Region Trier ist mit den neuen Preisen eine gravierende Fehlentscheidung korrigiert. Jetzt wäre es an der Zeit, auch die erheblichen Erschwernisse der letzten Fahrplanwechsel rückgängig zu machen. Denn die meisten Fahrten über Koblenz und Saarbrücken sind mit schlechten Anschlüssen verbunden. a.heucher@volksfreund.de