Ein guter Zug

Nach zähem Ringen, Pokern und Feilschen kommt sie nun also doch noch – die Bahn zum Hahn. Der Mainzer Wirtschaftsminister Bauckhage zeigte sich zwar stets optimistisch, dass der Schienenanbindung wieder neues Leben eingehaucht wird.

Nach zähem Ringen, Pokern und Feilschen kommt sie nun also doch noch - die Bahn zum Hahn. Der Mainzer Wirtschaftsminister Bauckhage zeigte sich zwar stets optimistisch, dass der Schienenanbindung wieder neues Leben eingehaucht wird. Doch mit seiner Voraussage eines Startdatums 2006 lag er so daneben, dass es merklich leiser wurde um die Bemühungen.Der Flughafen Hahn braucht die Bahn, um als direkter Ableger von Frankfurt anerkannt zu werden und nicht nur über Straße erreichbar zu sein. Aber er braucht auch eine möglichst schnelle Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet, damit die Züge überhaupt von Reisenden angenommen werden. Eben in der Reisezeit liegt jedoch das Hauptproblem. Entscheidend wird sein, ob die alte Strecke nach einer Aufrüstung tatsächlich konkurrenzfähig ist, nicht zuletzt gegenüber Anbindungen anderer Flughäfen, die etwa wie Köln über einen eigenen ICE-Bahnhof verfügen. Klar ist ebenso, dass es zwischen Hahn und Frankfurt auch mit Bahnanbindung durch die große Entfernung keinen Umsteige-Verkehr geben wird.

Rund 100 Millionen Euro für die Bahn auf den Hunsrück hinzulegen ist eine Sache, jedes Jahr Betriebskostendefizite in Millionenhöhe eine andere. Bahn-Manager und Land müssen sich also etwas einfallen lassen, um kein Fass ohne Boden aufzumachen. Fest steht allerdings auch, dass mit der Schienenanbindung Hahn und Hunsrück neue Impulse erhalten, die für eine weitere Entwicklung entscheidend sind.

j.winkler@volksfreund.de