Ein Mann der Mitte?

Bereits in den ersten Stunden des Bush-Parteitags in New York ist klar geworden, worum es den republikanischen Strategen bis zum Donnerstag wirklich geht: Den US-Präsidenten mit einem kosmetischen Kraftakt als Mann der politischen Mitte und als jenen "mitfühlenden Konservativen” darzustellen, für den sich der Texaner bereits im Jahr 2000 in seiner Wahlkampagne für die erste Amtszeit ausgegeben hat.

Parallel dazu soll gebetsmühlenhaft betont werden, nur Bush biete die notwendigen Voraussetzungen wie Führungsstärke und Durchhaltevermögen, um im Kampf gegen den Terror Erfolge zu erringen. Selbst gegen Europa und vor allem Deutschland wird - siehe die Giuliani-Attacke - dabei wieder einmal mit Wucht nachgetreten, um dieses Argument zu untermauern. Vorsicht aber, wenn Bush vom Drehbuch seiner Politik-Manager abweicht und der Zunge wie wahren Gefühlen freien Lauf läßt: Dann droht ein offensichtlich wirklich realistischer Blick tief in die Seele des Präsidenten - wie bei seiner nun in den eigenen Reihen als äußerst unglücklich empfundenen spontanen Bemerkung, der Krieg gegen den Terror sei nicht zu gewinnen. Doch glaubt man den derzeitigen Umfragen, benötigt Bush in den verbleibenden acht Wochen bis zur Wahl nur noch einen geringen Aufwind, um am Ende die Nase vorn zu haben. nachrichten.red@volksfreund.de