Ein Warnschuss

Es ist schon atemberaubend, wie die Opposition drauf und dran ist, ihren Höhenflug selbst zu verspielen. Womit glänzt die Union denn derzeit? Durch Zoff um Inhalte, laue Programmatik und undurchdachte Forderungen.

Die Strategen der Opposition können nur froh sein, dass die Regierung nach wie vor für die große Konfusion sorgt und gleichzeitig vielfach vergessen worden ist, dass die Schwarzen den rot-grünen Reformweg ja zu einem großen Teil mitbestimmt haben. Zu allem Überfluss hat sich anscheinend Edmund Stoiber mit einer bayerischen Breitseite gegen Merkel und FDP-Chef Westerwelle aus der Deckung gewagt. Die leidige K-Frage ist damit (mal) wieder ein Thema - als ob das bürgerliche Lager zwei Jahre vor der Bundestagswahl keine anderen Sorgen hätte. Umfrage-Übermut und persönliche Eitelkeit machen es halt möglich. Stoiber hat noch nicht aufgegeben, das weiß man. Merkel kann sich also darauf gefasst machen, dass ihr Weg zur Kanzlerkandidatur holpriger sein wird als gedacht. Denn auch andere warten nur auf Fehler der zwar starken, aber nicht unangreifbaren CDU-Vorsitzenden. Die vermeintliche Attacke aus Bayern, die ja nicht die erste wäre, ist also ein Warnschuss, und zwar ein deftiger. Nur, wem wird es nutzen? Niemandem, schon gar nicht der Union insgesamt. nachrichten.red@volksfreund.de