Eine Herausforderung

Ein Satz von Gregor Gysi verwundert nicht: "Die Dinge sind viel einfacher." Mit diesem Motto lässt sich in der Tat wunderbar Politik machen.

Ein Satz von Gregor Gysi verwundert nicht: "Die Dinge sind viel einfacher." Mit diesem Motto lässt sich in der Tat wunderbar Politik machen. Und wie sie sich das vorstellen, haben Gysi und der Linkspartei-Spitzenkandidat Nummer zwei, Oskar Lafontaine, gestern mal wieder in verbal gekonnter Manier unter Beweis gestellt. Bleiben wir also einfach. Wer sich ungerecht behandelt fühlt, warum auch immer, der wird bei diesen beiden Strategen eine neue Heimat finden; Gysi und Lafontaine sind ja Leidensgenossen, weil ihnen ähnliches widerfahren ist. Wer möchte, dass über ihm das soziale Füllhorn ausgeschüttet wird, und wer dabei nicht viel Wert auf profunde Gegenrechnungen legt, ist ganz links genau richtig. Wer unsere Jungs vom Bund nur wieder heimholen will, der ist es auch. Und wer darüber hinaus die Globalisierung nur verdammt und die Chancen lieber verschweigt, der muss zur Linkspartei aufbrechen. Kurzum, wer Schweißausbrüche bekommt, wenn nur der Begriff Neoliberalismus fällt, ohne vielleicht zu wissen, was sich dahinter verbirgt, der gehört zu Oskar und Gregor. Im Ernst. Die neue Linkspartei ist eine immense Herausforderung, weil die Schlichtheit ihrer Antworten jene begeistert, die aus gutem Grund verdrossen sind. Das aber haben die anderen Parteien noch nicht begriffen. Sie strafen Lafontaine und Gysi mit Verachtung, anstatt sich endlich inhaltlich mit ihnen auseinanderzusetzen. Ein grandioser Fehler. nachrichten.red@volksfreund.de