Eine kluge Lösung

Deutschland wird sich erstmals mit Soldaten an einer UN-Friedensmission im Nahen Osten beteiligen. Die Bundesregierung hat sich dafür entschieden; sie konnte nicht mehr anders, als Ja zu sagen angesichts der internationalen Aufforderungen.

Auch aus Israel. Und sie war unter Zugzwang, endlich eine Entscheidung zu fällen. Denn die Debatte drohte sich koalitionsintern gefährlich zu verselbstständigen. Es ist eine kluge Lösung gefunden worden. Die Bundeswehr wird nicht an vorderster Front stehen, sondern logistisch, überwachend und hoffentlich humanitär helfen. Das ist ein gangbarer Weg, der vielleicht auch jene beruhigen könnte, die aus nachvollziehbaren Gründen bei einer deutschen Beteiligung an einer UN-Friedensmission im Nahen Osten erhebliche Bauchschmerzen haben oder sie gar ganz ablehnen. Diese Form der Beteiligung liegt in der Logik dessen, was der Außenminister häufiger angedeutet hat. Häufiger übrigens als seine Kanzlerin. Dass Angela Merkel sich so zurückhaltend gegeben hat, war ein Fehler. Sie hätte mehr führen müssen, um das diffuse Koalitionsbild in dieser Frage einigermaßen zu glätten. Der sich abzeichnende Einsatz wird nun Folgedebatten aufwerfen, die sich nicht nur um die Krisenregion drehen werden. Verteidigungsminister Jung, der nach seinen diplomatischen Fehltritten erst einmal abgetaucht war, ist jetzt gefordert. Die Bundeswehr ist trotz aller Strukturreformen bei den Auslandseinsätzen an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen. In einigen Bereichen hat sie sie sogar schon überschritten. Es wird Zeit, dass Jung reagiert. Denn die Zahl der Krisenherde wird wachsen, nicht sinken. Und damit auch die Anforderungen an die Truppe. nachrichten.red@volksfreund.de

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