Eine sichere Bank

Die Einigung bei der Zinssteuer wird von den Finanzministern als großer Erfolg gefeiert. Denn kaum jemand wollte noch daran glauben, dass das alte, leidige Thema unter den 15 Staaten einvernehmlich gelöst werden könnte.

Einvernehmlich? Nun der Zinssteuer-Durchbruch hat doch Ecken und Kanten oder, wie die Schweizer meinen, er ist löchrig wie ein Emmentaler Käse. Mit Blick nach Luxemburg kann dieser Eindruck auch nur schwer entkräftet werden. Denn während sich zwölf europäische Staaten am Austausch von Informationen über die Zinseinkünfte von EU-Bürgern beteiligen, haben Österreich, Belgien und Luxemburg sich eine Sonderstellung erfochten. Für die Anleger, die ihr Geld ins Großherzogtum verfrachtet haben, ändert sich zunächst nur wenig. Auch das Bankgeheimnis liegt so sicher, wie der Familienschmuck in einer Genfer Bank. Denn die Luxemburger müssen ihre Geheimnisse nur in dem Maße preisgeben, wie dies die Eidgenossen tun. Und die genießen den Ruf, "eine sichere Bank" zu sein. Wer zudem seinen Spargroschen in Luxemburg ordentlich bei der deutschen Steuer angegeben hat, muss auch nach 2010 nicht mit Nachteilen rechnen. Dann kassieren die Luxemburger zwar 35 Prozent Quellensteuer, doch der deutsche Fiskus zahlt den Unterschied zu den 25 Prozent in Deutschland aus. Nur wer Schwarzgeld im Ländchen hat, zahlt dann noch drauf. h.waschbuesch@volksfreund.de