Einfach überfordert

TRIER. (DiL) Wegen Untreue hat das Amtsgericht Trier den früheren Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, Udo Hermesdorf, zu 21 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Nach Auffassung der Kammer hat Hermesdorf Wohneigentum von der Awo zu manipulierten Konditionen erworben und dabei knapp 25 000 Euro zu wenig bezahlt. Außerdem hat er insgesamt 300 000 Euro widerrechtlich von der unterfinanzierten Awo-GmbH zum notleidenden Awo-Verein transferiert. Dazu kam eine versäumte Sozialbeitrags-Abführung. Amtsrichter Helmut Reusch hob aber auch das Engagement des Ex-Geschäftsführers und des ehrenamtlichen Awo-Vorstands hervor. Letztlich seien alle Beteiligten von der Geschäftsentwicklung bei dem Wohlfahrtsverband "wohl einfach überfordert" gewesen. Die beiden mitangeklagten Vorstandmitglieder wurden - wie zuvor bereits ein dritter - freigesprochen. Selbst der Staatsanwalt räumte beim Plädoyer ein, es gebe beim Vorstand "mangels Kenntnis und Wissen" keine Hinweise auf Mittäterschaft oder Beihilfe.