Eisiger Tod unter der Laderampe

Eisiger Tod unter der Laderampe

Ein noch unbekannter Obdachloser ist in der Nacht zum zweiten Weihnachtstag vermutlich Opfer der starken Minustemperaturen geworden. Gestern am frühen Nachmittag wurde seine Leiche in einem Trierer Hinterhof entdeckt.

Alexander K. und Walter A., zwei Wohnungslose kasachischer Abstammung, hatten seit Wochen unter einer Laderampe in einem Hinterhof an der Trier-Süder Hawstraße campiert. Regelmäßigen Kontakt zu ihnen pflegten der Trierer Obdachlosenbeauftragte Raimund Ackermann und einige Mitarbeiter des Gesundheitsamtes.

Nun ist einer der etwa 50 Jahre alten Männer tot, sein Kumpel ist verschwunden. Wer von beiden der Tote ist, wird noch ermittelt. Gestern, am zweiten Weihnachtstag gegen 13.45 Uhr, war die Leiche unter der Laderampe gefunden worden. Vom TV zur Todesursache befragt, konnte die Polizei gestern noch nichts Konkretes sagen, sie schloss aber ein Verbrechen eher aus.

Dies hält auch der Obdachlosenbeauftragte Ackermann für ausgeschlossen. Er geht davon aus, dass der Mann erfroren ist. "Die beiden haben sich sehr gut verstanden, wollten sich aber absolut nicht von mir oder den Leuten vom Gesundheitsamt helfen lassen", sagt Ackermann im Gespräch mit dem TV.

Über Warnungen nur gelacht



Regelmäßig sei er dort gewesen, habe Decken, Matratzen und einen Schlafsack gebracht. Ackermann: "Die Männer wollten einfach nicht ihren Verschlag in der Nähe eines Discountmarkts mit Billig-Schnapsangeboten verlassen." Noch Anfang der Woche sei ihnen erneut ein Platz im Caritashaus Trier-West angeboten worden. Ackermann: "Aber die wollten nicht - vermutlich wegen des Alkoholverbots dort."

Über die Warnung vor der herannahenden Kälte hätten sie nur gelacht: "Bei uns in Russland wird's viel kälter." Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der Tote gestern Nachmittag obduziert. Das Ergebnis stand am Abend noch aus.

Extra

Der Tod eines Obdachlosen von Trier-Süd ähnelt einem tragischen Fall vom Januar 2009. Damals war eine 58-jährige obdachlose Frau in einem Igluzelt in Igel (Kreis Trier-Saarburg) erfroren. Auch sie hatte jede Unterstützung und sogar eine ihr angebotene Gratisunterkunft in einem Hotel strikt abgelehnt.