Ende eines Traums

Der Traum vom ewigen Wohlstand in Luxemburg ist zu Ende. Das Großherzogtum gerät nach Jahren immensen Wirtschaftswachstums erstmals wieder in die Miesen. Selbst ein Kredit muss her, um fehlende Einnahmen zu kompensieren und gestiegene Kosten zur Unterstützung von mehr Arbeitslosen zu tilgen.

Während diese ungewohnte Lage vielen Luxemburgern wie der Beginn eines neuen Traumes, eines Albtraumes, vorkommen mag, so zeigt der Haushaltsentwurf für 2004 doch nur, dass das "Ländchen" dort ankommt, wo der Rest der EU-Staaten schon vor sich hindümpelt - in der Wirtschaftsflaute. Dass dafür nun die Tank-Touristen die Zeche zahlen sollen, ist für uns Deutsche als Nutznießer des Wohlstandes im Großherzogtum unangenehm, von Luxemburger Seite aus allerdings zu verstehen. Denn statt die Arbeitskosten etwa durch gestiegene Lohnsteuern zu erhöhen und damit dem Wirtschaftsstandort zu schaden, beweist Junckers Regierung Augenmaß. Alle müssen knapsen - Staatsdiener, Einheimische und Tank-Touristen. So können sich unsere Nachbarn beruhigt schlafen legen. Denn dank eines soliden Finanzpolsters fällt das Defizit 2004 übersichtlich aus. Und, was auch Grenzgängern zugute kommt: An sozialen Pfründen wird nicht gerüttelt. s.schwadorf@volksfreund.de