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Energiekosten treiben Preise hoch

Energiekosten treiben Preise hoch

Seit Jahren steigen die Strompreise. Ein Ende ist nicht in Sicht. Auch im nächsten Jahr müssen die Stromkunden wohl wieder tiefer in die Tasche greifen. Ärgerlich für alle Hausbesitzer. Aber auch für Mieter.

Trier. 1000 Euro Nachzahlung an den Vermieter. Einfach so. Zahlbar sofort. Viele Mieter kennen das. Zum Jahresende, wenn Strom- und Gasverbrauch abgerechnet werden, droht das böse Erwachen. Oft, weil die Vermieter die monatlichen Abschlagszahlungen für die Energiekosten zu niedrig berechnet haben, wie Anita Traut-Merten vom Mieterverein Trier weiß.
Die Energiekosten trieben die Mietpreise deutlich in die Höhe. Um bis zu 20 Prozent seien die Mieten in den vergangenen Jahren in der Region gestiegen, pro Jahr verteuerten die Ausgaben für Strom, Gas oder Öl die Mietnebenkosten um bis zu sieben Prozent.Hoffnung auf Mietpreiskappung


Traut-Merten hofft, dass die Landesregierung wie etwa in Hamburg eine Mietpreiskappung beschließt. Das Bundesgesetzbuch ermöglicht es den Bundesländern, die Mietpreise zu begrenzen, wenn diese innerhalb von drei Jahren um mehr als 20 Prozent gestiegen sind. Das sei vor allem in Trier seit längerem der Fall, sagt die Mietrechtsexpertin.
Doch nicht nur Mieter sind von den ständig steigenden Energiekosten betroffen. Auch Hausbesitzer. Vor allem Strom und Gas sind die Preistreiber, wie das Statistische Landesamt in seiner neuesten Verbraucherpreisanalyse feststellte. Zwar sind die Verbraucherpreise insgesamt gegenüber dem vergangenen Jahr nur leicht um 1,3 Prozent gestiegen. Doch allein Haushaltsenergie ist gegenüber September 2012 um drei Prozent teurer geworden. Seit 2010 sogar um 21 Prozent. Dass die Kosten nicht noch weiter nach oben gegangen sind, ist vermutlich dem leichten Rückgang beim Ölpreis zu verdanken. Öl ist im Vergleich zum Vorjahr um fast fünf Prozent billiger geworden. Laut Experten liegt das an der eher entspannten Lage in Nahost, vor allem im Iran. Sie gehen davon aus, dass Öl in den nächsten Monaten sogar noch billiger werden wird. Seit der Gaspreis nicht mehr an den des Öls gekoppelt ist, steigt auch dieser nur noch mäßig an. Gas ist vielerorts sogar günstiger als Öl, zum Teil sogar um fast ein Drittel.
Dafür dürfte der Strompreis weiter nach oben gehen. Denn die Ökostromumlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), mit der die Stromproduktion aus alternativen Quellen gefördert wird, wird im kommenden Jahr wieder steigen, von derzeit 5,227 auf 6,24 Cent. Durch die höhere EEG-Umlage hat sich Strom innerhalb eines Jahres laut Statistischem Landesamt um über neun Prozent verteuert. Da Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) mit seiner Strompreisbremse gescheitert ist, wird die erst im Januar erhöhte Umlage 2014 erneut steigen. Ursache dafür ist, dass immer mehr Ökostrom produziert wird. Und die Produzenten erhalten eine festgelegte Vergütung für ihren Strom.
Wie es mit der Umlage, dem bislang ungezügelten Ausbau der erneuerbaren Energie und der Energiewende weitergeht, dürfte auch vom Ausgang der Koalitionsverhandlungen in Berlin abhängen.Verbraucherlaune gedämpft


Bei den Trierer Stadtwerken, wie auch bei anderen Stromanbietern, geht man derzeit davon aus, dass die Ökostromumlage sowie sonstige Abgaben den Strom teurer machen werden.
Und das wird sich auf die Verbraucherpreise und natürlich auch auf das Konsumklima auswirken. Noch sind die Verbraucher laut der Gesellschaft für Konsumforschung in bester Kauflaune. Doch die steigenden Lebenshaltungskosten (neben Energie haben sich auch Nahrungsmittel deutlich verteuert) und die Ungewissheit über weitere finanzielle Belastungen etwa durch höhere Steuern, dämpften die Laune der Verbraucher heißt es.