Gesundheit : Engpass bei Krebsmitteln und Antibiotika: Apotheken und Ärzte klagen über Lieferprobleme

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In vielen Apotheken aber auch Kliniken in der Region Trier sind derzeit viele Medikamente wegen Lieferengpässen nicht erhältlich. Davon betroffen: Schmerzmittel, Antibiotika, Anti-Baby-Pillen und auch Krebsmedikamente.

Viele Medikamente sind derzeit in Apotheken nicht oder nur schwer zu erhalten. Laut rheinland-pfälzischem Apothekerverband sind davon unter anderem einige Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika und auch bestimmte Anti-Baby-Pillen betroffen. Eine Zeitlang war auch das Schmerzmittel Ibuprofen in vielen Apotheken nicht erhältlich.

„Besonders gravierend sind Lieferengpässe bei Krebsarzneimitteln“, sagt Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer. Eine normale Apotheke habe derzeit bis zu 250 Arzneimittel auf der Bestellliste, „die weder vom pharmazeutischen Großhandel noch vom Hersteller direkt geliefert werden können“, sagt Frank Eickmann, Sprecher des Apothekerverbandes.

Auch Kliniken in der Region sind von dem Lieferengpass betroffen. So etwa das Trierer Brüderkrankenhaus. Dessen Apothekenleiter, Georg Simon, berichtet von Engpässen bei Antiobiotika, Krebsmedikamenten und Mittel zur Thromboseprophylaxe. „Ob oder wann sich die angespannte Lage wieder entspannt, ist leider nicht abzusehen“, sagt Simon.

Die Nachschubprobleme hätten zur Folge, dass es zu Wartezeiten bei der Belieferung kommen kann und immer wieder anders aussehende Packungen geliefert werden. „Das könnte die Arzneimitteltherapiesicherheit gefährden“. Bislang sei es aber noch nicht zu einer Gefährdung von Patienten oder zur Verschiebung oder zum Ausfall von Therapien gekommen.

Als Gründe für die seit Wochen anhaltenden Nachschubprobleme bei zahlreichen Medikamenten nennt Eickmann, dass ein Großteil der Wirkstoffe, die für Arzneimittel gebraucht würden „ganz überwiegend nicht in Deutschland, in aller Regel nicht einmal in Europa hergestellt werden“. Sie kämen überwiegend von nur wenigen Firmen aus den asiatischen Ländern und aus Indien.

„Der wirtschaftliche Druck auf die Preise von Arzneimitteln hat in Deutschland ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht“, sagt Eickmann. Die Hersteller ließen aus Kostengründen dort produzieren, wo es billiger ist. „Kommt es dabei zu Qualitäts- oder Transportproblemen oder zu anderen Unregelmäßigkeiten, steht in Deutschland und Europa die Produktion still.“

Oft legten auch Explosionen oder Brände die Produktionsstätten in Asien lahm, sagt Matheis. „Somit fallen ein ganzes Werk und die komplette Produktion aus.“ Er fordert, dass die Bundesregierung die Hersteller dazu verpflichtet, drohende Versorgungsengpässe rechtzeitig zu melden.

Die Apotheken raten Patienten, die regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, nicht zu warten, bis eine Packung aufgebraucht ist, sondern sich vorzeitig um ein neues Rezept zu kümmern. „Durch die schlechten Lieferbedingungen kann es in der Apotheke durchaus einmal ein paar Tage dauern, bis Ihr Medikament besorgt werden kann“, sagt Eickmann.

Weitere Informationen zu dem Thema folgen.

(Bernd Wientjes )
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