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Ergebnis der TV-Leser-Umfrage zur Bundestagswahl: Die Mutter aller Fragen und ein Wunschzettel

Die Volksfreund-Umfrage ist nicht repräsentativ für die Stimmung der Bürger im Land, zeichnet aber ein zuverlässiges Bild von der Meinung der Leserinnen und Leser dieser Zeitung. 604 Teilnehmer haben vom 1. bis 5. September online die Sonntagsfrage beantwortet (Ergebnisse gerundet).
Die Volksfreund-Umfrage ist nicht repräsentativ für die Stimmung der Bürger im Land, zeichnet aber ein zuverlässiges Bild von der Meinung der Leserinnen und Leser dieser Zeitung. 604 Teilnehmer haben vom 1. bis 5. September online die Sonntagsfrage beantwortet (Ergebnisse gerundet). FOTO: TMVG
Trier. Politikverdrossenheit? Nicht bei den Lesern des Volksfreunds! Wir wollten wissen: Wen wählen Sie? Und: Sind Sie mit der Bericht erstattung zufrieden? Ergebnis: Es gibt viel zu tun für Angela Merkel - und für die Redaktion. Peter Reinhart

Am Anfang steht die Mutter aller Fragen, am Ende ein Wunschzettel: Die Redaktion hat in einer Online-Umfrage erkundet, was Leser über die Bundestagswahl denken und was sie von der Bericht erstattung im Volksfreund halten. 604 Politik interessierte haben den Fragenkatalog beantwortet, Lob und Kritik geäußert und zahlreiche Anregungen gegeben.

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Einige Beispiele: Sie schätzen kurze, tagesaktuelle Nachrichten - wir liefern "Kompakt" auf Seite zwei. Sie mögen keine Homestorys im Wahlkampf - wir verzichten auf Hausbesuche bei Politikern. Sie lesen gern Hintergrundgeschichten, in denen die große Politik erklärt wird - wir haben unsere Korrespondenten in Berlin, Washington, Paris und Brüssel darauf angesetzt.

Und nun zur Mutter aller Fragen in der politischen Meinungsforschung: Würde am Sonntag gewählt, erhielte die CDU 38 Prozent der Stimmen, die SPD 24 Prozent (siehe Grafik). Die Umfrage ist nicht repräsentativ für die Gesamtbevölkerung, zeichnet aber ein zuverlässiges Bild von der Meinung der Volksfreund-Leser und deckt sich mit den Prognosen der großen Meinungsforschungsinstitute.

52 Prozent der Umfrage-Teilnehmer entschieden sich bei einer Direkt-Wahl des Kanzlers für Angela Merkel, 29 Prozent für den Herausforderer Martin Schulz, 19 Prozent für keinen von beiden.

Und welche Themen sollte die künftige Regierung in Angriff nehmen? Die Bildung hat für 80 Prozent höchste Priorität, gefolgt von Sicherheit (76 Prozent), Renten (66 Prozent), Umweltschutz (58 Prozent) und der Lösung der Flüchtlingsfrage (51 Prozent). Etwas weniger wichtig: Straßenbau (49 Prozent), Energiewende (48 Prozent) und Abbau der Schulden (39 Prozent). Häufiger ins Spiel gebracht: die Digitalisierung, der Ausbau des schnellen Internets in der Region und soziale Gerechtigkeit.

Hier ein Überblick über weitere Ergebnisse der Umfrage:
67 Prozent der Volksfreund-Leser fühlen sich gut über alle bedeutenden politischen Themen informiert, 17 Prozent antworten mit Nein. Mit der Art und Weise, wie die großen Linien der Politik von der Redaktion aufbereitet werden, sind 15 Prozent sehr zufrieden und 63 Prozent eher zufrieden (20 Prozent eher nicht zufrieden, zwei Prozent gar nicht zufrieden). Mit dem Umfang der Berichterstattung sind 82 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Für 22 Prozent ist wichtig, dass der Verlauf von Bundestagssitzungen wiedergegeben wird, für 46 Prozent eher wichtig, für 28 Prozent eher nicht wichtig, für fünf Prozent unwichtig.

Wie interessant ist für Sie, dass die Meinung der Bundestagsabgeordneten aus der Region zu aktuellen politischen Themen in der Zeitung vorkommt? 64 Prozent sagen sehr interessant, 26 Prozent weniger interessant. Kommentare von Redakteuren und Korrespondenten halten 66 Prozent für wichtig oder eher wichtig.
Das Interesse an Informationen über die Positionen der Parteien im Wahlkampf ist enorm: für 58 Prozent der Befragten sehr wichtig, für 33 Prozent eher wichtig.

Dagegen finden die meisten Befragten Geschichten über die Menschen, die Politik machen (Homestorys), nicht so bedeutend (für zehn Prozent sehr wichtig, für 29 Prozent eher wichtig, für 42 Prozent eher nicht wichtig, für 19 Prozent unwichtig).

Welche Texte lesen Sie am liebsten? Kurze, tagesaktuelle Nachrichten liegen mit 83 Prozent weit vor Analysen von Korrespondenten und ausführlichen Berichten über neue Gesetzesvorhaben und Parteipolitik (jeweils 47 Prozent). Es folgen Frage&Antwort-Stücke, in denen erklärt wird, was die Entscheidungen der Politiker für die Menschen bedeuten (42 Prozent), und Kommentare (41 Prozent). Weniger beliebt: Interviews (31 Prozent), Artikel über persönliche Verfehlungen von Politikern (19 Prozent) und menschelnde Porträts (13 Prozent). Mehrfachnennungen waren möglich.
Schlussfrage: Berichtet der Volksfreund ausgewogen und kritisch-distanziert über Politik? Trifft voll und ganz oder überwiegend zu, finden 75 Prozent, trifft eher nicht zu, meinen 22 Prozent, trifft gar nicht zu, urteilen drei Prozent. Vereinzelt heißt es: Der Volksfreund ist CDU-nah, der Volksfreund ist SPD-nah, der Volksfreund ist rechts von der Mitte, der Volksfreund ist links von der Mitte - Wertungen, die wohl die Einstellung und parteipolitische Positionierung der Befragten widerspiegeln.

Und die Wünsche der Leser an die Politik-Redaktion? Weiter so, sagen die allermeisten. Einige regen an: noch mehr Hintergrund, noch mehr Tiefe, noch mehr kritische Distanz! Andere appellieren: noch mehr Neutralität, noch mehr Ausgewogenheit, noch mehr Objektivität! Und: "Stellen Sie unbequeme Fragen!" "Haken Sie nach!", "Wir brauchen investigativen Lokaljournalismus!", "Verbreiten Sie mehr Optimismus!"
Wir kümmern uns darum. Versprochen.