Ermittlungen: Obdachloser in Trier ist erfroren

Ermittlungen: Obdachloser in Trier ist erfroren

Der Obdachlose, der am zweiten Weihnachtstag unter einer Laderampe in einem Hinterhof in Trier-Süd tot aufgefunden wurde, ist erfroren. Das ist das Resultat einer Leichenschau von Polizei und Amtsarzt, wie Oberstaatsanwalt Ingo Hromada auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds mitteilte.

(r.g./jp) Der Tote war noch am Sonntag einer so genannten Leichenschau durch die Polizei und einen Amtsarzt unterzogen worden. Dabei ergaben sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Hromada keine Anzeichen für Fremdeinwirkung. Der Mann ist bei Minusgraden erfroren.

Gefunden wurde er von einer Polizeistreife, die die bekannten Schlafplätze von Obdachlosen in Trier regelmäßig überprüft. Auch der ums Leben 51-jähriger Kasache, der zwischenzeitlich identifiziert wurde, sei als Wohnungsloser bei der Polizei bekannt gewesen. Mehrfach sei ihm Hilfe angeboten worden, die er jedoch stets abgelehnt hatte.

Auch der Trierer Obdachlosenbeauftragte Raimund Ackermann hatte dem Trierischen Volksfreund gestern berichtet, dass dem Mann mehrfach Hilfe und Unterkunft im Caritashaus in Trier-West angeboten worden sei. Dies habe er auch abgelehnt. „Neun Mal innerhalb von zwei Wochen bin ich zu ihm hingefahren und habe versucht, ihn zu einem Umzug ins Benedikt-Labre-Haus zu überreden“, erzählt Ackermann dem Trierischen Volksfreund. „Doch er war nicht dazu zu bewegen.“

Die Rechtslage ist in einem solchen Fall klar: Wenn ein Obdachloser keine direkte Gefahr für sich und andere darstellt, wenn er nüchtern ist und seine Situation klar erkennen und einschätzen kann, darf er auch bei extremen Minusgraden nicht gegen seinen Willen zu einem Aufenthalt in einer Unterkunft gezwungen werden.

Zehn Obdachlose leben in Trier und den umliegenden Wäldern zurzeit unter freiem Himmel. „Wir kennen sie alle und sehen regelmäßig nach ihnen“, sagt Ackermann.