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Erst angerempelt, dann erleichtert

Trier. Wenn es darum geht, an die Wertsachen ihrer Opfer zu kommen, sind Taschendiebe erfinderisch. So schützen Sie sich. Rolf Seydewitz

Trier Eigentlich klingt es beruhigend: Die Zahl der Taschendiebstähle ging in der Region Trier in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. In diesem Jahr scheint es nach Angaben von Polizeisprecherin Sabine Bamberg allerdings wieder einen leichten Anstieg zu geben. Ein Grund mehr, besonders im demnächst beginnenden vorweihnachtlichen Trubel vorsichtig zu sein. Der TV nennt die gängigsten Maschen und sagt, wie man sich schützen kann.

Anrempeln Das Opfer wird von den Kriminellen angerempelt. Während das Opfer abgelenkt ist, entwendet der Dieb die Wertsachen. Besonders gern schlagen die Langfinger im Gedränge und während der Ein- und Ausstiegsphasen auf belebten Busstrecken oder Bahnsteigen zu.
Drängeln In vollen Bussen oder Bahnen rückt der Taschendieb unangenehm dicht an sein Opfer heran. Der Dieb drängelt so lange, bis sich das Opfer abdreht und der Langfinger in die Hand- oder Umhängetasche greifen kann.
Restaurant-Trick Während sich das Opfer im Restaurant angeregt unterhält oder isst, schleicht sich der Dieb von hinten heran und entwendet Wertsachen aus Taschen oder Jacken, die am Stuhl hängen.
Bettelnde Kinder halten in Lokalen ein Schild hin, auf dem steht, weshalb sie Geld brauchen. Während das Opfer das Schild liest, stehlen die Kinder darunter liegende Wertsachen vom Tisch.
Beschmutzen Der Dieb beschmutzt scheinbar versehentlich die Kleidung des Opfers, etwa mit einem Eis. Während er nun versucht, den Dreck abzuwischen, stiehlt er unbemerkt Gegenstände aus der Jacke des Opfers. Im Supermarkt Das Opfer wird im Geschäft von Fremden gefragt, wo sich bestimmte Artikel befinden. Während es seinen Blick über die Regale schweifen lässt, greift der Dieb dann Wertsachen aus Taschen, die über dem Einkaufswagen hängen.
Ablenkung mit Blumen Ein Fremder oder mehrere Fremde begrüßen das Opfer scheinbar freundschaftlich, umarmen es, stecken ihm womöglich sogar eine Blume ans Revers. Dadurch abgelenkt, merkt das Opfer nicht, wie ihm die Brieftasche entwendet wird. Dabei langen Diebe selbst in die Innentaschen von Jacken.
Taschenträger Diesem Trick fallen meist ältere Menschen zum Opfer. Der Täter bietet Hilfe beim Tragen von Taschen an. Dabei stiehlt er Wertsachen, die darin liegen.
Stadtplan-Trick Das Opfer wird von einem angeblich ortsunkundigen Täter nach dem Weg gefragt. Während sich das Opfer über den Stadtplan beugt, stiehlt der Täter dann Dinge aus der Tasche des Opfers.
Nachläufer-Trick Beim Abheben von Geld oder dem Bezahlen mit der EC-Karte wird das Opfer heimlich von Tätern beim Eingeben der Geheimzahl beobachtet. Danach entwendet der Dieb die Karte mit einem der genannten Tricks und hebt direkt Geld vom Konto des Opfers ab.
Schlüsseldiebstahl-Trick Mit einem der oben genannten Tricks können Langfinger auch in den Besitz von Haustürschlüsseln gelangen. Da viele Opfer auf ihren Ausweispapieren ihre Adresse eingetragen haben oder Täter beobachtet haben könnten, wo das Opfer wohnt, können Diebe in der Zeit, in der das Opfer noch unterwegs ist, die Wohnung ausräumen.

Und hier die wichtigsten
Tipps der Fahnder:


Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie tatsächlich benötigen!
Bieten Sie Fremden beim Bezahlen keinen Einblick in Ihre Geldbörse oder Brieftasche!
Tragen Sie Geld, Wertsachen und Papiere stets in verschlossenen Innentaschen der Kleidung dicht am Körper!
Tragen Sie Hand- und Umhängetaschen verschlossen auf der Körpervorderseite oder unter den Arm geklemmt!
Lassen Sie Ihre Tasche oder Jacke nie unbeaufsichtigt!
Legen Sie beim Einkaufen nie Ihre Geldbörse offen in die Einkaufstasche oder den Einkaufswagen!
Verständigen Sie bei Taschendiebstählen oder verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei!
Sperren Sie nach einem Diebstahl sofort Ihre EC- und Kreditkarte (Sperr-Telefonnummer 116 116).Extra: DREISTER DIEB BEKLAUT POLIZEI


(sey) Auch die Polizei ist vor Langfingern nicht gefeit. Diese Erfahrung machten diese Woche Beamte im südluxemburgischen Esch-Alzette. Nachdem ein Autobesitzer einen Dieb dabei ertappt hatte, wie dieser seine Brieftasche aus dem Wagen stehlen wollte, hielt er den Ganoven kurzerhand fest und lieferte ihn auf der nahe gelegenen Polizeiwache ab. Die Beamten nahmen den Diebstahl auf und ließen den Ganoven wieder gehen. Als der Mann wenig später nach dem Anruf eines Nachbarn erneut überprüft wurde, fanden die Polizisten bei dem Mann eine Karte, die der Langfinger kurz zuvor auf dem Escher Polizeirevier gestohlen hatte. Dieses Mal hatte der Dieb Pech: Er wurde einem Untersuchungsrichter vorgeführt und wanderte ins Kittchen.