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Erster Warbstreik in der Geschichte des Trierer Unternehmens.

Tarifverhandlungen : Erster Warnstreik bei Tabakproduzent Landewyck

Rund 100 Beschäftigte des Trierer Tabakproduzenten Heintz van Landewyck sind dem Aufruf der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gasstätten (NGG) gefolgt und haben erstmals in der Geschichte des Unternehmens gestreikt.

Drei ergebnislose Tarifverhandlungsrunden: Das gab es laut NGG-Verhandlungsführer Klaus Schu noch nie, wenn es um Lohnverhandlungen bei dem Tabak- und Zigarettenproduzenten Heintz van Landewyck ging. Drei Runden, die für die rund 300 Beschäftigten nicht das Arbeitgeberangebot gebracht haben wie gewünscht. Denn trotz dem nach Gewerkschaftsangaben historisch besten Unternehmens­ergebnis der Geschichte im vergangenen Jahr liegt statt der durch die NGG geforderten Entgeltsteigerungen von fünf Prozent lediglich ein Plus von 2,5 Prozent sowie eine Corona-Prämie durch die Firmenleitung auf dem Tisch.

Und so geht auch die Gewerkschaft bei der aktuellen Tarifverhandlung zum Haustarifvertrag in der Produktion bei der Heintz van Landewyck GmbH historische Wege und gewinnt am Freitagnachmittag von den zu diesem Zeitpunkt rund 130 Beschäftigten im Werk etwa 100 zum zweistündigen erstmaligen Warnstreik in der rund 100-jährigen Geschichte des Unternehmens. „Diese Beteiligung ist großartig, und darüber sind wir sehr froh“, sagt Klaus Schu.

„Die Tabakindustrie ist bisher einer der Gewinner der Pandemie, auch bei Heintz van Landewyck wurden in den letzten zwei Jahren Rekordgewinne eingefahren. Aus Sicht des Unternehmens sollen die Beschäftigten davon aber nicht profitieren. Da muss beim Angebot noch mehr drin sein“, sagt der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, zumal die Inflation für die Beschäftigten alles verteuere. Da sei ein gerechter Anteil am Erfolg nur fair. Deshalb hoffe er darauf, dass sich der schwarze Rauch verziehe und in der kommenden Woche die Zeichen auf Einigung stehen.

Seit vergangenem Jahr führt ein neues Geschäftsführer-Duo die Heintz van Landewyck GmbH in Trier: Robert (Bob) Guden und Sven Müller (44). Zuvor war nach über 30 Jahren in dem Unternehmen und davon allein 18 Jahre als Geschäftsführer Hans-Josef (Hajo) Fischer in den Ruhestand gegangen. Mit dem Wechsel wurde eine strategische Neuausrichtung des Trierer Werks und seiner Verkaufsorganisation vom Stammkonzern in Luxemburg aus angekündigt. Das Luxemburger Unternehmen wurde bereits 1847 gegründet, die Trierer Produktionsstätte folgte 1925.