Es ist nicht zu glauben!

Für wie leidensfähig halten der derzeitige Bundeskanzler und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei das deutsche Volk?

Für wie leidensfähig halten der derzeitige Bundeskanzler und der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei das deutsche Volk? Wie machtversessen und abgehoben muss Gerhard Schröder inzwischen sein? Wie sehr muss Franz Müntefering, im Grunde eine ehrliche Haut, sein Rückgrat verbogen haben, dass er zu diesen Unglaublichkeiten ergeben assistiert? Wie kann es sein, dass gestandene Sozialdemokraten - allen voran der Ministerpräsident des Landes Rheinland-Pfalz, Kurt Beck - versuchen, mit durchschaubaren Taschenspielertricks die verlorene Wahl in einen Sieg für Schröder umzudeuten?Es ist nicht zu fassen, welchen Eiertanz linke wie rechte Genossen aufführen, um die Deutschen für dumm zu verkaufen. Doch alle Gaukeleien ändern an den Tatsachen nichts: Rot-Grün ist weg vom Fenster und damit Gerhard Schröder.

Und: In der Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages steht drin, was jeder ohnehin weiß. CDU und CSU sind eine Fraktionsgemeinschaft, werden also zusammengezählt. Und deshalb hat die Union mehr Stimmen bei der Bundestagswahl bekommen als die frustrierten Genossen. Mithin steht auch fest, wer in einer Großen Koalition die erste Geige spielen muss: Angela Merkel und eben nicht Gerhard Schröder. Es sei denn, Schröder will als Vizekanzler assistieren.

Mag sein, dass dieser niedersächsische Egomane und seine Getreuen derzeit das Spiel spielen: Merkel muss weg, für sie kommt Wulff oder ein anderer aus der Riege der CDU-Ministerpräsidenten. Dann geht auch Schröder, und Steinbrück oder Müntefering übernehmen.

Allerdings sollten die Zocker wissen, womit sie da leichtfertig pokern. Es geht um dieses Land mit 80 Millionen Menschen und großen Problemen. Es geht um die politische Kultur, um die Einhaltung bisher selbstverständlicher Anstandsregeln. Und es geht darum, ob Schröder wirklich machen kann, was er will, oder ob es in den roten Reihen nicht doch noch ein paar Vernünftige mit Rückgrat gibt, die ihm endlich Einhalt gebieten.

d.schwickerath@volksfreund.de