Es war eben Wochenende

Blauzungen-Krankheit, was soll das sein? Kaum jemand wusste mit dem Begriff etwas anzufangen. Doch das hat sich am Wochenende zwangsweise geändert. Denn seit im niederländischen Kerkrade diese Krankheit zum ersten Mal in nördlicheren Gefilden bei Schafen festgestellt wurde, müssen sich Landwirte, Viehhändler, Veterinäre und Verbraucher mit diesem Thema beschäftigen.

Und nicht nur sie traf die Nachricht von dieser Krankheit, die von Fliegen übertragen wird, aus heiterem Himmel - auch Landesuntersuchungsämter und Kreisverwaltungen. Eiligst wurden Sperr- und Beobachtungsgebiete für Wiederkäuer eingerichtet, Handels- und Transportverbote verhängt, amtliche Verordnungen erlassen. Und es war wie jedes Mal, wenn die Länder zuständig sind: Die Spielregeln sind überall unterschiedlich: In Nordrhein-Westfalen gelten teilweise andere Bestimmungen als in Rheinland-Pfalz, obwohl beide Bundesländer aneinander grenzen. Die Verunsicherung ist groß, neue Informationen aber gibt es kaum, es war eben Wochenende bei Ministerien und Ämtern. Dabei könnten die Offiziellen eine Menge zur Beruhigung der Verbraucher beitragen. Denn es droht eben keine neue Seuche, die für den Menschen gefährlich werden kann. Es gibt - nach allem was die Wissenschaft weiß - keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Allerdings hat diese Blauzungen-Krankheit neben der gesundheitlichen auch eine wirtschaftliche Komponente. Auf Landwirte, Viehhändler und Schlachthöfe könnten schwierige Zeiten zukommen, je nachdem wie lange die neue Verordnung über Sperr- und Beobachtungsgebiete bestehen bleibt. Was fehlt, sind offizielle und öffentliche Informationen. Aber es war ja schließlich Wochenende. d.schwickerath@volksfreund.de