| 18:51 Uhr

32 Einsätze am vergangenen Wochenende
„Autobahnen sind keine privaten Festsäle“

 Die Luxusautos auf der A3 bei Ratingen Ende März.
Die Luxusautos auf der A3 bei Ratingen Ende März. FOTO: Polizei Düsseldorf
Immer wieder sorgen derzeit exzessive Hochzeitsfeiern für Schlagzeilen. Auf der Autobahn werden Fotos gemacht, im Konvoi geht es über rote Ampeln. Dagegen will das NRW-Innenministerium jetzt verstärkt vorgehen.

Wie Innenminister Herbert Reul (CDU) mitteilte, sollen Straßenblockaden durch Fahrzeugkonvois ausgelassener Hochzeitsgesellschaften nicht länger hingenommen werden. „Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle“, erklärte er am Mittwoch in Düsseldorf. „Die Polizei in Nordrhein-Westfalen geht gegen Exzesse vor und versteht da keinen Spaß.“

Allein am vergangenen Wochenende sei die Polizei im Land 32 Mal bei Feierlichkeiten eingeschritten, hieß es. Ein Fall ereignete sich am Sonntag auf der A 57 bei Köln, wo die Polizei eine Hochzeitsfeier mitten auf der Autobahn unterband. Mehrere Menschen hatten dort gefeiert und getanzt. In Duisburg rückte die Polizei am Samstag gleich zwei Mal aus, um feierwütige Hochzeitsgäste zu stoppen – mittags fielen bei einer Feier Schüsse, am späten Abend fuhr ein lärmender Autokorso in der Innenstadt mehrfach über Rot.

Es könne nicht angehen, dass auf Autobahnen der Verkehr angehalten werde, um Fotos zu machen und Feuerwerkskörper zu zünden. „Dem schieben wir einen Riegel vor“, versicherte Reul. Es handele sich bei den Exzessen um Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr brächten, „werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten“, so der NRW-Innenminister.

In den vergangenen Wochen waren aus NRW immer wieder Fälle von eskalierten Hochzeitsfeierlichkeiten bekannt geworden. Auf der A3 bei Ratingen blockierten Angehörige einer türkischen Hochzeitsgesellschaft Ende März die Fahrbahn, um Fotos zu machen. In Oberhausen schossen Hochzeitsgäste im Februar mit Schreckschusswaffen und warfen Böller.

(kess/dpa)