Europa-Bauern unter Druck

Kein Zweifel: Die europäischen Bauern müssen sich den Erfordernissen der Zeit stellen. Dazu gehört nun einmal auch eine umfassende Reform der Agrarpolitik, die in ihren Grundfesten durchaus logische Ansatzpunkte bietet.

Dass Deutschlands Bauernpräsident Gerd Sonnleitner vor dem Hintergrund der von ihm befürchteten Einkommenseinbußen alles andere als jubiliert, liegt schon im Wesen seines Jobs begründet. Denn gegen eine Reform nach dem Motto "Klasse statt Masse" kann im Grunde auch Sonnleitner nicht ernsthaft zu Felde ziehen wollen. Zudem hat EU-Kommissar Franz Fischler sich hinsichtlich der Begrenzung ostdeutscher Großunternehmen schon längst weich klopfen lassen und damit deutlich signalisiert, dass man in Brüssel kompromissbereit ist. Zentrales Argument im allgemeinen Subventionspoker bleibt jedoch der Weltmarkt, dessen Druck weiter wächst. Es ist schließlich noch gar lange her, da hat die US-Regierung ihren Farmern deutlich mehr Förderung genehmigt. Dadurch und unter dem Gesichtspunkt des möglichen Wegfalls der Milchquotenregelung könnten die europäischen Bauern ­ trotz hohen Qualitätsmanagements ­ immer mehr auf Schlingerkurs geraten. Um so wichtiger wird es sein, ein Reformpaket zu schnüren, dass einerseits Geschlossenheit zeigt, andererseits diejenigen Landwirte schützt, die im Schatten der Großbetriebe schon seit Jahren um ihre Existenz kämpfen. m.reuter@volksfreund.de