Europa-Politiker Manfred Weber trifft Namensvetter beim Wahlkampf in Ayl.

Europawahl : Weber trifft Weber bei Weber

Da staunt der Europa-Politiker Manfred Weber nicht schlecht, als er seinen Namensvetter beim Wahlkampf in Ayl  trifft.

„Guten Tag, ich heiße Manfred Weber.“ Der, der sich so vorstellt, dürfte in und um Ayl (Kreis Trier-Saarburg) wesentlich bekannter sein als der Manfred Weber, dem er sich so vorstellt und freudig die Hand schüttelt. Es handelt sich um den Besitzer des bekannten Musikclubs Ducsaal in Freudenburg (Trier-Saarburg). Er ist der Onkel der Saarburger CDU-Politikerin Simone Thiel, die für die Europawahl antritt und die ihn nach Ayl eingeladen hat. Dort trifft er nämlich auf den anderen Manfred Weber, den Bayern, den CSU-Politiker, den Spitzenkandidaten für die Europawahl und den vielleicht künftigen EU-Kommissionspräsidenten, der gestern Mittag in dem Weinort an der Saar einen Wahlkampfauftritt hat. Und zwar im Weingut Magarethenhof. Und das gehört Familie Weber.

Inhaber Jürgen Weber ist stolz, dass die Landes-CDU ausgerechnet den historischen Winzerkeller für den Europa-Lunch ausgesucht hat. Immerhin, darauf verweist er den Politiker Weber gleich bei der Begrüßung, habe auch er Beziehungen nach Bayern. Verkauft er seinen Wein doch auch in der Münchener Allianz-Arena, was wiederum den CSU-Mann freut.

Über 100 Interessenten haben sich für das mittägliche Treffen in dem historischen Winzerkeller angemeldet. Neben den drei rheinland-pfälzischen CDU-Europa-Kandidaten Simone Thiel, Christine Schneider und Ralf Seekatz kommt auch CDU-Landeschefin und Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner nach Ayl.  Auch lang­gediente Europa-Politiker aus der Landes-CDU sind unter den Gästen, etwa Christa Klass, die von 1994 an insgesamt 20 Jahre im EU-Parlament gesessen hat. Sie genieße die Zeit außerhalb der Politik sagt sie, während sie Enkelin Viktoria im Kinderwagen vor dem Weingut hin- und herschiebt.  Auch Werner Langen, der nach 25 Jahren in diesem Jahr nicht mehr antritt, ist gekommen.

Beim Lunch, zu dem Winzerspießbraten mit Thymiankartöffelchen und Weine aus dem Hause Weber serviert werden, geht es um die Zukunft Europas, um ein Europa nach dem Brexit, ein neues Europa, wie der Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten, Weber, immer wieder betont. Als große Themen für Europa nennt er die Migration und den freien Handel.

Die Probleme bei der unkontrollierten Zuwanderung von Flüchtlingen seien gelöst, meint der Kandidat. Dabei dürfe allerdings nicht vergessen werden, dass man sich weiterhin um die Menschen, die nach Europa kommen wollen, kümmern müsse.

Weber geht es dabei auch darum, das Thema nicht den Populisten und Nationalisten zu überlassen.  Immer wieder kritisiert er deren Politik und Stimmungsmache. Auch beim Brexit. Er warnt davor, dass Populisten bei der Wahl zu den Siegern gehören könnten „und wir am Tag danach in einem Europa aufwachen, das wir nicht gewollt haben“.

Wohin solche politischen Extreme geführt haben, schildert das Trierer CDU-Urgestein Horst Langes. Der 90-Jährige mahnt, dass Zeiten wie während der Nazi-Diktatur sich nicht wiederholen dürften.

Als nach zwei Stunden alle Teller abgeräumt und Weingläser leer sind, trifft sich die Bundeslandwirtschaftsministerin noch mit Winzern aus dem Ort, um mit ihnen über die Probleme im Weinbau und womöglich auch über die umstrittenen „Ganzkörperkondome“, die Winzer in Weinbergen beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln tragen sollen, zu reden.

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