Explosion im belgischen Atomkraftwerk Doel - Betreiber gibt Entwarnung

Antwerpen · Eine Explosion und ein nachfolgender Brand in einem belgischen Atomkraftwerk bei Antwerpen haben am Wochenende für Aufregung gesorgt. Laut dem Betreiber Electrabel habe zu keiner Zeit eine Gefahr für die Anwohner bestanden.

Am Samstagabend, gegen 23 Uhr, werden einige Einwohner von Beveren (etwa 15 Kilometer nördlich von Antwerpen) durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Der Lärm kommt aus dem belgischen Atomkraftwerk Doel. Nach Angaben des Betreibers Electrabel brach unmittelbar nach der Explosion in einem Transformator im Block 1 des Meilers ein Feuer aus. Die Feuerwehr konnte nach etwa 20 Minuten löschen.

Die Ursachen der Explosion sind noch unklar. Nach Angaben belgischer Medien ließ die zuständige Staatsanwaltschaft Dendermonde verlauten, dass es keine Hinweise auf Fremdeinwirkung gebe. Sowohl Electrabel als auch die belgische Atomaufsichtsbehörde FANC werden den Vorfall untersuchen. Da sich der Vorfall jedoch im nicht-nuklearen Teil ereignet habe, habe die FANC kein direktes Mandat. Man werde die Sache aber im Auge behalten, wird ein Sprecher der Behörde im belgischen Rundfunk zitiert.

Doel 1 ist einer der ältesten belgischen Atomreaktoren. Er wurde im Februar nach etwa 40 Jahren Laufzeit stillgelegt. Deshalb lagert in dem betroffenen Reaktor zurzeit auch kein Kernmaterial. Allerdings hatte Electrabel bisher geplant, den Reaktor am 15.Dezember wieder ans Netz zu bringen, um mögliche Stromengpässe im Winter zu verhindern. Über diese Laufzeitverlängerung muss das belgische Parlament demnächst abstimmen. Die belgischen Grünen forderten die anderen Parteien nach dem Zwischenfall auf, gegen die mögliche Verlängerung zu stimmen.