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Extrarente durch Beitragssenkung

Extrarente durch Beitragssenkung

Die zu Jahresbeginn erfolgte Senkung des Rentenbeitragssatzes von 19,9 auf 19,6 Prozent wirkt sich positiv für die Altersbezüge der Ruheständler aus: Sie können wegen der Beitrags-Ermäßigung mit einem Extrazuschlag von 1,3 Prozent in den kommenden beiden Jahren rechnen.

Berlin. Die Rentenversicherung bestätigte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, dass die nächste Rentenerhöhung ohne die jüngste Beitragsreduzierung um 0,4 Prozentpunkte im Juli 2013 niedriger ausfallen würde. In welchem Maße die Renten tatsächlich steigen, hängt von Faktoren ab, die zum Teil noch gar nicht feststehen.
Ursache für den kurios anmutenden Zusammenhang zwischen Beitragssenkung und Rentenerhöhung ist die komplexe Formel zur Berechnung der Altersbezüge. Demnach wirken sich niedrigere Beitragssätze im Folgejahr grundsätzlich rentensteigernd aus. Umgekehrt wirken steigende Beiträge rentenmindernd. Da die Bundesregierung den Beitrag zum 1. Januar 2013 erneut senken will - von 19,6 auf 18,9 Prozent - würde sich dieser Mechanismus im Folgejahr für die Senioren auszahlen. Das Extraplus beläuft sich nach Angaben der Rentenversicherung auf 0,9 Prozentpunkte. Macht für beide Jahre zusammen ein Plus von 1,3 Prozent. Bei einem Rentner mit einer Rente von 1000 Euro sind das monatlich 13 Euro mehr, als es gemessen an der Lohn- und Beschäftigungsentwicklung möglich wäre.
Die dafür ausschlaggebenden Zahlen liegen erst im Frühjahr 2013 vor. Zugleich enthält die Rentenformel weitere Rechengrößen, die den Anstieg von vorn- herein dämpfen. Eine davon ist der sogenannte Riester-Faktor, der die Einkommen der Arbeitnehmer abzüglich ihrer möglichen privaten Vorsorge berücksichtigt. Durch diesen Faktor wird der Rentenanstieg im kommenden Jahr um 0,64 Prozentpunkte gemindert. Ebenfalls dämpfend wirkt sich der Nachholfaktor aus. Er berücksichtigt den Umstand, dass es in der Vergangenheit wegen der zeitweilig negativen Lohnentwicklung sogar zu einer Kürzung der Rentenzahlungen hätte kommen müssen. Diese nicht vollzogene Minimierung soll für die Rentner in den alten Bundesländern letztmalig im kommenden Jahr mit der Rentensteigerung verrechnet werden. Bei den Renten in den neuen Ländern ist dieser Prozess bereits abgeschlossen, weshalb es 2013 im Osten zu einer etwas stärkeren Rentenanhebung kommen dürfte als im Westen. Eine Prognose über die nächste Anpassung will die Rentenversicherung Mitte November abgeben. vet