Fahren und schweigen

BADEM. (fpl) An seinem Sattelzug ist alles in Ordnung. Nur das mit der Selbstverteidigung hätte der Mercedes-Fahrer besser nicht gesagt.

Rastplatz Badem, A 60, Montagnachmittag gegen 14 Uhr: Die Großaktion von Polizei und Zoll (siehe Artikel oben) ist gerade angelaufen. Zwei gelbe Sattelschlepper einer österreichischen Spedition rollen heran und bleiben zischend stehen. Beide, das verlangt die Trucker-Folklore, mit Namensschild hinter der Windschutzscheibe. Diesmal heißen die Kollegen aber nicht, wie sonst immer, "Jürgen" oder "Günter", sondern "Silke" und "Der Hass". Der Hass? "Da kannste gucken, ich heiß' wirklich so", ruft der Pilot. Sein Vorname: Steffen. Ludwig Huber von der Polizeidirektion Wittlich und seine Kollegen von der mobilen Gefahrgut-Kontrolle machen sich an die Arbeit: Sie überprüfen Papiere, Tachoscheibe und Ladung (Bauholz aus dem belgischen Vielsalm). Ergebnis: Alles okay, Steffen Hass kann weiterfahren Richtung Süden. Jetzt ist Silke Eisenhauer an der Reihe. Aber "der Hass" hat noch eine Frage: "Und was ist mit Waffen?" Weil: Er habe da nämlich einen Schlagstock im Führerhaus. "Die gibt's offiziell zu kaufen", beruhigt Steffen Hass die überraschten Beamten. Außerdem brauche er den Stock "wegen der Asylanten. Wir fahren ja meistens nach England rauf, da springen die mir immer auf den Trailer." Die Polizisten lassen sich den Prügel zeigen und starten eine Abfrage. Nach ein paar Minuten verkündet Jörg Schon von der Inspektion Prüm das Ergebnis: "Teleskopschlagstock, Paragraf 52, Waffengesetz: Einzuziehen." Ärger für Hass. Kollegin Silke Eisenhauer nimmt es mit Humor, obwohl auch sie nicht ungeschoren davon kommt: 30 Euro Bußgeld. "Weil ich meine Tachoscheibe nicht korrekt ausgefüllt habe. Ich hatte Stress", erklärt sie. Die Kontrollen, seit April waren es immerhin bereits vier, machen ihr trotzdem nichts aus. "Wenn man keinen Dreck am Stecken hat, ist das kein Problem. Ich bin sauber unterwegs." Auch Steffen Hass hat keinen Dreck am Stecken. Dafür ist jetzt sein Knüppel weg: "Hätt' ich doch bloß die Schnauze gehalten."