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Berlin
Faktencheck: Wie viel Geld kommt an?

Berlin. In Deutschland spenden Privatleute jährlich rund fünf Milliarden Euro. Dabei sind Großspenden von mehr als 2500 Euro nicht berücksichtigt. Aber funktioniert bei den Organisationen eigentlich alles so, wie es soll?

Faktencheck einer verbreiteten These.

BEHAUPTUNG Von Spenden kommt kaum etwas bei Hilfsbedürftigen an.

BEWERTUNG: Nicht haltbar. Wie viel Geld für die Projektarbeit eingesetzt wird, hängt davon ab, welcher Organisation man spendet.

FAKTEN: „Der weitaus größte Teil der Organisationen in Deutschland arbeitet seriös“, urteilt Burkhard Wilke, der wissenschaftliche Leiter des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Das Institut vergibt ein anerkanntes Spenden-Siegel für gemeinnützige Organisationen. Aktuell dürfen 231 das Siegel tragen. Eine wichtige Anforderung ist, dass eine Organisation ihre Mittel nachweislich sparsam verwendet. Bedeutet: Die Ausgaben für Werbung und Verwaltung betragen in der Regel nicht mehr als 30 Prozent der gesamten Ausgaben. Tatsächlich liegen sie bei den aktuellen Siegel-Trägern durchschnittlich bei 13 Prozent, so Wilke. Weitere Kriterien für das Siegel sind wahre, sachliche Werbung sowie ein unabhängiges Aufsichtsorgan.

Kein Siegel, lieber keine Spende –  ein falscher Schluss. Das DZI überprüft nur Vereinigungen, die in den vergangenen beiden Geschäftsjahren mindestens 25 000 Euro jährlich eingenommen haben. Kleine, regional arbeitende Vereinigungen mit geringeren Einnahmen können das Siegel also nicht beantragen. Was nicht heißt, dass man diese nicht finanziell unterstützen sollte. Das Logo der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ ist ein Anhaltspunkt dafür, dass eine Organisation grundlegende Transparenz-Kriterien erfüllt.

Manche Organisationen entscheiden sich wegen der Kosten des DZI-Siegels dagegen, es zu beantragen. Wer zum Beispiel Gesamteinnahmen von einer Million Euro im Jahr hat, muss für den Erstantrag 1600 Euro zahlen. Und danach jährlich 1000 Euro für die Verlängerung.Ernsthafte Hürden für das Bitten um Spenden auf der Straße oder an der Haustür gibt es in nur drei Bundesländern. In Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Thüringen braucht man dafür eine Genehmigung. Das DZI begrüßt eine Kontrolle wie in Rheinland-Pfalz.

 

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